St. Jakobikirche
Luckenwalde, Brandenburg
Foto: Plasmarelais / WikimediaCommons / CC BY-SA 3.0

St. Jakobikirche

Eine der größten Kirchen der Neuzeit

Als die Jakobikirche von 1892–94 im brandenburgischen Luckenwalde südlich von Berlin errichtet wurde, nannte man sie als Industriezentrum auch die „Stadt der Schornsteine“. Die neue Kirche sollte sich gegen diese durchsetzen und so entstand einer der größten evangelischen Sakralbauten Brandenburgs mit einem 72 Meter hohen Westturm. Sie bietet 1200 Sitzplätze, insgesamt kann sie 2000 Menschen aufnehmen. Die Spannweite der neogotischen Gewölbe misst nur einen Meter weniger, als die des Kölner Doms. Die Gewölbe gehören damit zu den größten der Neuzeit – also der Zeitspanne von ca. 1500 bis heute – und sorgen für eine einzigartige, für Konzerte besonders geeignete Akustik. Im Jahr 2022 konnte mit der Dachsanierung der Jakobikirche begonnen werden, die nun dringend einen Abschluss finden muss. Helfen Sie mir Ihrer Spende, damit dies gelingen kann!

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Unter dem kaiserlichen Protektorat der „Kirchenjuste“

Die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Luckenwalde begann im Jahr 1680 nach dem Westfälischen Frieden, der 1648 den Dreißigjährigen Krieg beendete, mit der Ansiedlung eines sächsischen Zeugmachers, der die preußischen Regimenter ausrüstete. Ihm folgten weitere Zeug- und Tuchmacher in der ersten Hälfte und die Niederlassung von Siedlern aus Sachsen und Thüringen in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Nach einem großen Stadtbrand in Gera im Jahr 1780 zogen viele Tuchmacherfamilien zu und es entstand die erste Tuchmacherfabrik. Luckenwalde wurde im Jahr 1841 an die Bahnlinie Berlin-Halle angeschlossen und entwickelte sich in dieser Zeit zu einem Industriezentrum.

Die prosperierende Stadt wünschte sich eine neue Kirche, deren Bau sie allein durch Spenden jedoch lange nicht möglich machen konnte. Schließlich gelang das Vorhaben durch das Protektorat der Kaiserin und Königin Auguste Victoria von Preußen, die das Volk auch „Kirchenjuste“ nannte. Verantwortlicher Architekt war der renommierte Leiter des Kirchenbauressorts im Bauministerium, Friedrich Adler, der die weite Halle mit den drei Schiffen mit dem weit gespannten Sternengewölbe im gotischen Stil und kräftigen Strebepfeilern schuf. Der Innenraum wurde vornehmlich von ansässigen Industriellen ausgestattet. Besonders wertvoll ist jedoch die Christusdarstellung der Glasfenster im mittleren Chor, die die Kaiserin mit ihrem Gatten Wilhelm II. stiftete. Sie wurde im Königlichen Institut für Glasmalerei in Charlottenburg erstellt.

Turmuhr war Wunderwerk der Technik

Auch die Orgel aus der Werkstatt der Gebrüder Dinse, 1894 hergestellt, galt als besonders gelungen, ist jedoch heute in einem unrestaurierten und schlechten Zustand. Erwähnenswert ist außerdem die Turmuhr, die die Berliner Uhrenfabrik C.F. Rochlitz erstellt hatte. Man sagt, dass sie als Wunderwerk der Technik auf der Weltausstellung in Chicago 1893 präsentiert wurde, bevor sie an der Jakobikirche befestigt wurde. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz konnte dank Ihrer Zuwendungen bereits bei der Restaurierung der Glasfenster helfen – nun benötigt die Kirche dringend Unterstützung bei der Dachsanierung. Jede Spende hilft!

Neogotischer Backsteinbau mit bauzeitlicher Innenausstattung. Die Fenster mit Glasmalereien wurden im Königlichen Institut für Glasmalerei in Berlin-Charlottenburg hergestellt. Gefördert 2017, 2022 und 2023.

Adresse:
Zinnaer Str.
14943 Luckenwalde
Brandenburg