Dass die hochmittelalterlichen Buntglasfenster in der ehemaligen Kölner Stiftskirche St. Kunibert bis heute zu bewundern sind, ist vielen Zufällen zu verdanken. Sie überlebten das Feuer des Westturms der Kirche im Jahr 1376 und wurden im 18. Jahrhundert nicht überformt – in der Zeit wurden in vielen Kirchen die alten bunten Fenster durch weiße Scheiben ersetzt. Sie überstanden den Orkan mit Turmeinbruch von 1830 und den Zweiten Weltkrieg, weil sie vor Kriegsbeginn ausgelagert wurden. Ein Glück – die Fenster gehören heute zu den bedeutendsten Glasmalereien des Rheinlandes. Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende bei der Sicherung des zentralen Wurzel-Jesse-Fensters im oberen Mittelschiff!
Der Legende nach stiftete der Bischof Kunibert von Köln (um 600 bis 664) unweit der Stelle der heutigen Stiftskirche in der Altstadt eine dem Clemens von Rom gewidmete Kirche und ließ sich dort bestatten. Durch Bestrebungen des Probstes von St. Kunibert und späterem Erzbischof von Trier, Theoderich von Wied (1170-1242), wurde um 1210 mit dem Neubau begonnen. Bereits 1247 konnte St. Kunibert als Stiftskirche geweiht werden – ein Jahr vor der Grundsteinlegung des gotischen Kölner Doms. Sie ist damit die jüngste unter den großen romanischen Basiliken der Stadt.
Unmittelbar am Rhein gelegen, prägt die dreischiffige Basilika aus Werkstein mit ausladendem Westbau, Ostapsis mit Krypta und Sakristei die Altstadt. Zwei Türme befinden sich am nicht vortretenden Ostquerschiff. Am westlichen Ende ragt ein Turm empor. Nach dem Brand 1376 wurde dieser im Stil der Gotik erneuert und mit „Knickhelm“ ausgestattet, zu erkennen am auffälligen Knick des Umrisses über dem Dachansatz. Die Knickhelme des östlichen Turmpaars wurden nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg durch niedrige Pyramidendächer ersetzt.
Unter ihrer reichen Ausstattung bilden die Chorfenster des Querhauses und des Chors die ältesten und wahrscheinlich wertvollsten Stücke. Fünf von ihnen befinden sich in der Achse der Apsis. Gezeigt werden biblische Motive sowie die Legenden und Lebensgeschichten von Heiligen. Drei Fenster befinden sich in der oberen Wandfläche des Mittelschiffs, den Chorobergaden. Das schmuckvolle Wurzel-Jesse-Fenster in der Mitte zieht den Betrachterblick förmlich an. Die Wurzel Jesse ist ein verbreitetes Motiv in der christlichen Ikonographie, welches die Abstammung Jesu aus dem Hause des König Davids als Baum des Lebens mit Davids Vater Jesse als Ursprung darstellt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Buntglasfenster mit dem sogenannten „Jacobi-Verfahren“ der Glaswerkstatt des Hohen Doms zu Köln restauriert, die Originale waren trotz Einlagerung teils schwer beschädigt. Das Verfahren galt über Jahrzehnte als bewährt, die Probleme ergeben sich erst jetzt nach und nach. Damals wurden die wertvollen Malereien mittels Acrylfolie zwischen zwei weitere Deckglasscheiben gebettet. Mit der Zeit versprödete und vergilbte der damals genutzte Klebstoff. Nun sollen und müssen am zentralen Wurzel-Jesse-Fenster die Glas- und Klebstoffschichten abgetragen werden. Dabei ist die Sicherung des wertvollen Stücks mit neuen, modernen Mitteln vorrangig. Helfen Sie bei der Restaurierung dieser unschätzbar wertvollen Glasmalerei!