St. Laurentius
Gebesee, Thüringen
Foto: Jens Schulze

St. Laurentius

Eine Kirche ohne einen Teil ihrer Seele

„Eine Kirche ohne Orgel ist wie ein Körper ohne Seele.“ Dieser Satz von Albert Schweitzer (1875 – 1965) macht sehr deutlich, was der Saalkirche St. Laurentius in Gebesee in Thüringen bereits seit über 41 Jahren fehlt, denn hier ist leider kein Orgelton mehr zu hören. Das eindrucksvolle Instrument wurde von Johann Michael Hartung (1708 – 1763) gebaut, vermutlich seine erste Orgel. Er war inspiriert von den Barockorgelbauern Johann Georg Schröter (1683 – 1747) und Franciscus Volckland (1696 – 1779). Zudem handelt es sich um das einzige fast vollständig erhaltene und eingebaute Instrument von ihm. Jetzt braucht diese außergewöhnliche Orgel dringend Hilfe! Unterstützen Sie die Restaurierungsarbeiten mit Ihrer Spende an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz!

Spenden Sie für die Hartung-Orgel in der St. Laurentiuskirche!


Von außen noch immer beeindruckend

Die evangelische Saalkirche mit ihrem dreiseitigen Chorschluss und ihren Spitzbogenfenstern wurde von 1406 bis 1456 erbaut. Sie glänzt unter anderem mit ihrem viergeschossigen Turm, ihrem Kreuzgratgewölbe und ihrer barocken Schweifhaube. Und vor allem lässt die Orgel des Orgelbauers Johann Michael Hartung den alten Glanz erahnen, denn von außen ist das Schöne und Glanzvolle der Orgel noch deutlich zu sehen. Auf den zweiten Blick wird der Grund dafür sichtbar, warum die 1.320 Pfeifen stumm bleiben. Die Hartung-Orgel stammt aus dem Jahr 1728. Sie verfügte über drei große Keilbälge, die noch immer im Original erhalten sind. Damals waren sie in einem Balghaus installiert, heute lagern alle drei in einem der hinteren Kirchenräume, da das Balghaus abgerissen wurde. Im Laufe der Zeit hat das Material sehr gelitten. Auch die Windlade ist noch im Original erhalten. Sie ist das Herzstück dieser Orgel: große, über Kreuz verleimte und in Kanzellen eingeteilte Holzteile, auf denen die Pfeifen des Instrumentes stehen. Durch Ventile wird die Luft genau zur gewünschten Pfeife geführt. Bei der Hartung-Orgel funktioniert das nicht mehr.

Gerade das weiche und relativ dünne Material der Metallpfeifen ist durch unfachmännische Stimmungen geknickt und gerissen. Der Restaurierungsbedarf ist erheblich: Die empfindlichen Pfeifen müssen nachgerundet, stabilisiert und die Stimmeinrichtungen repariert werden. Im Zuge dessen werden auch verlorene oder nicht mehr verwendbare Pfeifen neu angefertigt. Gereinigt werden sie alle – auch die Holzpfeifen. Ihnen hat vor allem die Zeit zugesetzt: Unter anderem haben sich Würmer durch das Holz gefressen. Damit die Pfeifen wieder Dichtigkeit und den vollen Klang erlangen, müssen sie ausgespänt, nachgeleimt und ausgestrichen werden.

Innen leider ohne Ton

Die zweimanualige Orgel mit 21 klingenden Registern leidet: Die mächtige Balganlage ist ausgebaut, die Windlade hat massive Risse, große Teile des Metallpfeifenwerkes sind an Füßen und Mündern eingerissen und eingeknickt, die Klaviatur hängt und die Farbfassung des Orgelprospektes blättert. Trockene, heiße Sommer und nasse, kalte Winter setzen dem Holz, aber auch Leder-, Metall- und Drahtteilen des Instrumentes zu. Die Restaurierung am Herzen der Orgel ist aufwendig, anspruchsvoll und zeitintensiv. Vor allem jedoch wichtig für einen reibungslosen technischen Ablauf und zuträglich für eine zukünftige lange Lebensdauer des Denkmals. Hefen Sie mit Ihrer Spende an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, damit die St. Laurentiuskirche wieder einen Teil ihrer Seele zurückerhält!

Saalkirche, erbaut 1406-1456, eine große Besonderheit ist die Orgel von Johann Michael Hartung, erbaut 1728, Förderung der Orgel 2022

Adresse:
Marktplatz
99189 Gebesee
Thüringen