Die St. Marienkirche in Berlins Mitte entstand - wie die Nikolaikirche, die Klosterkirche der Franziskaner und die Kirche des Heiliggeisthospitals - mit der Gründung Berlins am rechten Spreeufer. Sie wurde vermutlich 1270-80 als lang gestreckte, dreischiffige Hallenkirche in den Formen der Gotik begonnen, vollendet wurde sie im 14. Jahrhundert. Den Kirchenbau mit Chor, Langhaus und viergeschossigem Westturm über einer Vorhalle ergänzt an der Südseite ein Sakristeianbau. Sie ist damit eine der drei ältesten Sakralbauten Berlins und der einzige mittelalterliche Bau des alten Berlin, der noch in seiner ursprünglichen Nutzung ist. 1466/67 wird Steffen Boxthude als Baumeister genannt. Der 1418 erstmals erwähnte Westturm besteht bis zu einer Höhe von 48 Metern aus massivem Feldsteinmauerwerk. Der mehrfach abgebrannte hölzerne Aufsatz wurde 1789-90 von einem mit Kupferblech verkleideten neogotischen Turmaufsatz von Carl Gotthard Langhans ersetzt. Im Inneren haben sich die berühmten Freskengemälde "Der Totentanz" sowie eine "Schutzmantelmadonna" erhalten. Über 22 Meter lang zieht sich der Reigen von Vertretern aller Stände mit den Toten, der vermutlich anlässlich des Pestjahres 1484 entstand. Die Marienkirche bildet im Ensemble mit der Nikolaikirche, dem Berliner Dom, dem Roten Rathaus, dem Neptunbrunnen und dem Fernsehturm das Zentrum Berlins, im Mittelalter der "Neue Markt". Sie ist die Predigtkirche des Bischofs der Berlin-Brandenburgischen Landeskirche. Nicht nur die Turmfassade wies starke Schäden auf, sondern auch im Inneren war die Kirche sanierungsbedürftig. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützte die erforderlichen Arbeiten und trägt so seit 2001 dazu bei, dass das Gebäude auch weiterhin als Ort für kirchliche und musikalische Veranstaltungen genutzt werden kann.
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