Die Stralsunder Nikolaikirche ist die älteste der drei großen Pfarrkirchen der Hansestadt Stralsund. Sie gehört mit dem Lübecker Dom und der dortigen Marienkirche zu den ersten Kirchenbauten im Ostseeraum, die nordfranzösische, gotische Kathedralen zum Vorbild haben. Und weil es in der norddeutschen Tiefebene kaum Natursteine gab, besann man sich auf eine Technik, die in Oberitalien entwickelt worden war: Aus Ton und Wasser wurden Backsteine geformt und gebrannt. Übereinandergeschichtet wuchsen schließlich mächtige Bauwerke heran.
Doch nun braucht St Nikolai dringend Hilfe: Aus der Fassade des Südturms lösen sich Steine und Putzstücke; seit Jahren ist deshalb der zentrale Platz vor dem Hauptportal gesperrt. Helfen Sie mir Ihrer Spende bei der Rettung dieses bedeutenden Denkmals!
1234 erhielt Stralsund, als Ansiedlung deutscher Händler im slawischen Gebiet gegründet, durch Fürst Witzlaw I. von Rügen Stadtrecht. Schon kurz danach wurde zügig mit dem Bau der Stadtkirche St. Nikolai begonnen. Nach der Zerstörung der Stadt 1249 durch Lübeck wurde sie ab 1270 von Grund auf erneuert und als "moderne" hochgotische, querschifflose Basilika mit Kapellenkranz und Doppelturmanlage neu errichtet. Die beiden Türme – der nördliche seit dem Stadtbrand 1662 flach gedeckt, der südliche 1667 mit einer barocken Haube versehen – prägen noch heute die Hansestadt.
St. Nikolai war seit der Fertigstellung die Kirche der Ratsleute, in der nicht nur Gottesdienste stattfanden. In einer Nische saß der Ratsschreiber, der die Korrespondenz für die Stralsunder erledigte, die des Schreibens und Lesens nicht kundig waren. Regelmäßig wurden in der Nikolaikirche auch Märkte abgehalten. Aus dem Mittelalter ist eine Verordnung überliefert, die den Kaufleuten untersagte, während der Messe Vieh durch die Kirche zu treiben.
Als Hauptkirche der mächtigen und reichen Hansestadt wurde St. Nikolai sowohl von einzelnen Patriziern als auch von den Zünften reich ausgestattet. Bis zum Bildersturm der Reformation 1525 gab es allein 59 Altarstiftungen, von denen heute noch sieben erhalten sind. Neben den Wandmalereien des 14. und 15. Jahrhunderts, den vielzähligen Skulpturen, dem Gestühl, einer Vielzahl von prächtigen Grabplatten und Epitaphien und dem barocken Hauptaltar von 1700 nach einem Entwurf von Andreas Schlüter ist besonders die Astronomische Uhr zu erwähnen. Sie ist durch die lateinische Inschrift die älteste datierte astronomische Uhr: „Im Jahre 1394, am Tage des Heiligen Nikolaus, wurde dieses Werk von Nikolaus Lilienfeld vollendet. Betet für den Verfertiger und Stifter, welche es mit Fleiß geschaffen haben.“ Leider schlägt sie aber schon lange nicht mehr.
Mit Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz konnte bereits einiges an dem beeindruckenden Denkmal erhalten und gesichert werden: Restaurierungen, Sanierungen und Instandhaltungsmaßnahmen an der Astronomischen Uhr, dem Hochaltar, dem Schlüteraltar und der Orgel sowie auch am Nordturm, dem Kirchendach und den historischen Fenstern wurden seit 1994 umgesetzt. Doch aktuell braucht der Südturm dringende Hilfe: Die Westfassade ist stark verwittert und Fugen sowie Steinoberflächen sind erodiert. Helfen Sie mit Ihrer Spende, diese besondere Kirche zu erhalten!
Erfahren Sie mehr über dieses Denkmal im Online-Magazin Monumente der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mehr