Kloster St. Jakob von Sarug
Warburg, Nordrhein-Westfalen

Kloster St. Jakob von Sarug

Ehemaliges Dominikanerkloster in Warburg

Die Geschichte der Syrisch-orthodoxen Kirche ist geprägt von Verfolgung und Vertreibung– bis heute. Die Ostchristenheit, die sich seit ihrem kirchlichen Niedergang im späteren Mittelalter nur langsam erholt, bleibt bis heute in Bewegung. In Deutschland leben heute 100.000 syrisch-orthodoxe Christen. Ein wichtiges Zentrum ist Warburg, wo eine ehemaliges, Anfang des 20. Jahrhundert errichtetes Dominikanerkloster, 1996 von der syrisch-orthodoxen Kirche Deutschlands gekauft wurde. Es ist heute Sitz des syrisch-orthodoxen Erzbischofs und wird als syrisch-orthodoxes Kloster St. Jakob von Sarug genutzt.

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Bischofssitz der syrisch-orthodoxen Kirche Warburg

Im Verlauf des ersten Weltkriegs wurden 1916 mindestens 2 Millionen syrische, armenische und griechische Christen ermordet. Hierdurch verlor die syrisch-orthodoxe Kirche auch ihr altes Kernland in der heutigen Südost-Türkei. Das Patriarchat der Kirche hat sich seitdem gen Westen verschoben, sodass die Syrisch-Orthodoxe Kirche heute in vielen Ländern eine neue Heimat gefunden hat. Außerhalb des Stadtkerns, nördlich von Warburg erhebt sich an exponierter Stelle, das heutige Kloster St. Jakob von Sarug, das als Dominikanerkloster gegründet wurde. Bereits im 13. Jahrhundert prägte der Dominikanerorden die Geschichte der Stadt Warburg. Doch der Orden wurde 1824 säkularisiert. Nach dem Ende der französischen Herrschaft konnte sich 1892 ein neuer Dominikanerkonvent in Warburg gründen, doch standen die ursprünglichen Klosterbauten nicht mehr zur Verfügung. Somit wurde ein Neubau notwendig. Architekt der Kirche war Caspar Clemens Pickel aus Düsseldorf, der vermutlich auch den Konventbau plante. 1908 wurde das noch chorlose Langhaus geweiht. 1925-29 wurde dem Komplex ein Exerzitienhausflügel angefügt, 1933 der Mönchschor. 1966 stockte man den Konventbau um ein Stockwerk auf.

Den Sandsteinkomplex prägen neugotische Formen mit Jugendstilelementen. Das gewölbte Langhaus der Klosterkirche ist als zweischiffige Halle gestaltet. Besonders qualitätsvoll sind die Maßwerkfenster, deren Bleiverglasung die Ordensheiligen zeigen. Im Westfenster ist eine Deesis dargestellt: die Gottesmutter Maria und Johannes der Täufer wenden sich in einer Bittgebärde an Christus.

Neugotische Klosteranlage, 1905-08 nach Plänen von Caspar Clemens Pickel, Chor 1933 von Theo Schmitz, Förderung 2015/16, 2018, 2020, 2021

Adresse:
Klosterstr.
34414 Warburg
Nordrhein-Westfalen

Das Kloster erzählt seine Geschichte
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