Saarbrücken, Saarland

Villa Am Schmittenberg

Bewahrt vor dem Abriss

Fast wäre das Haus im Saarbrückener Stadtteil Scheidt abgerissen worden und einer Tiefgarage gewichen. Doch seit 2020 steht das moderne Landhaus aus der Zwischenkriegszeit unter Denkmalschutz. Die Begründung: Die Villa stelle „einen aussagekräftigen Beitrag in der Wohnhausarchitektur nach dem Ersten Weltkrieg im gehobenen städtisch-repräsentativen Wohnhausbau Saarbrückens dar”. Das Haus verbindet die Wohnideale des frühen 20. Jahrhunderts mit einer von traditionellen Bauernhäusern inspirierten Bauform: helle Räume, hochwertige Schiebetüren und gleichzeitig eine Außengestaltung mit weit austragenden Balkonen am zweigeschossigen Putzbau mit ausgebautem Dach. Viele bauzeitliche Elemente – von der Raumstruktur bis zu Türen und Ausstattung – sind bis heute erhalten. Die Villa wurde für den jüdischen Textilkaufmann Leopold Oppenheimer und seine Frau Helene erbaut – den Eltern des bedeutenden Filmregisseurs Max Ophüls (1902-1957). Helfen Sie mit Ihrer Spende bei der Sanierung des Dachs, der Fenster und der Türen.

Helfen Sie mit bei der Rettung der Villa am Schmittenberg!

Ihre Spende kommt an!

Ein erfolgreicher Kaufmann, ein berühmter Regisseur

Ophüls selbst wird nur als Gast in der Villa seiner Eltern gewesen sein, er hatte zur Erbauungszeit um 1922 schon eine Stelle als Schauspieler in Aachen, führte in Dortmund erstmals Regie und arbeitete ab 1925 zusätzlich für den Rundfunk. Sein Vater Leopold Oppenheimer galt Anfang des 20. Jahrhunderts als tüchtiger und erfolgreicher Kaufmann in Saarbrücken, so dass die Familie sich den Neubau in bester Lage leisten konnte – auf einem 7000 Quadratmeter großen Grundstück entstand das Haus mit 14 Zimmern und dem Swimmingpool im Garten. Die Fassade wird durch weit austragende Balkone und die markante Eingangsgestaltung gegliedert; im Inneren verweisen helle, großzügig durchfensterte Räume, gläserne und holzvertäfelte Schiebetüren, hochwertige Boden- und Wandgestaltungen sowie ein aufwendig gestaltetes Treppenhaus auf den gehobenen Wohnstandard der 1920er Jahre. In seinen Memoiren schrieb Max Ophüls, dass sein Vater Leopold es als Landgut errichtet hat, um dort „Rousseauschen Prinzipien nachzuleben“. Das war der jüdischen Familie nur wenige Jahre möglich. Am 13. Januar 1935, dem Abend der Saarabstimmung mit dem Wahlerfolg Hitlers, verließ die Familie Deutschland und floh bis nach Frankreich und in die USA.

Ein Haus mit Zukunft

Nach der Flucht der Familie Oppenheimer wechselte die Villa den Besitzer; über die unmittelbaren Jahre danach ist bislang wenig bekannt. Mitte des 20. Jahrhunderts zog eine Saarbrücker Familie in das Haus ein und nutzte es über mehrere Generationen hinweg als Wohnsitz. Seit 2017 lebt und arbeitet dort das Kollektiv „Die Waldresidenz“, das die Villa 2025 übernommen hat. Mit großem Engagement setzen sich die neuen Eigentümer seither für den Erhalt des Denkmals ein.

Bereits erste wichtige Sicherungsmaßnahmen konnten mit Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz umgesetzt werden. Den neuen Eigentümern gelang es, die historische Dachkonstruktion zu erhalten und statisch zu ertüchtigen. Zudem wurde das Dach abgedichtet und mit einer Holzfaserdämmung versehen. Damit war ein wichtiger erster Schritt für die denkmalgerechte Gesamtsanierung getan. Um die Villa langfristig zu bewahren, sind jedoch weitere Arbeiten erforderlich. Geplant unter anderem die Restaurierung der historischen Fenster und Türen sowie die Herstellung einer neuen Zufahrt. Helfen Sie mit Ihrer Spende, dieses bedeutende Zeugnis der Saarbrücker Architektur- und Kulturgeschichte für kommende Generationen zu erhalten.

Erfahren Sie mehr über dieses Denkmal im Online-Magazin Monumente der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mehr