Mary Wigman (1886–1973) war die Begründerin des modernen Ausdruckstanzes, der als „New German Dance“ (Neuer Deutscher Tanz) international bekannt wurde und die Welt des Tanzens veränderte. In Dresden steht ihre Tanzschule – ein tanzhistorisch wertvoller Ort als architektonische Perle zwischen Expressionismus und klassischer Moderne. Doch mit der Zeit litt die Fassade dieses geschichtsträchtigen Orts stark, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz konnte beim Erhalt des Denkmals unterstützen.
In der weltweiten Presse wurde Mary Wigmans Tanzschule in der Bautzner Straße 107 in Dresden als „Tempel der Tanzkunst“ und „deutsche Hochschule des Tanzes“ bezeichnet. Von 1920 bis 1942 tanzte, choreografierte, unterrichtete und lebte Mary Wigman (Karoline Sofie Marie Wiegmann) an diesem Ort – die 22 Jahre gelten als die bedeutendsten im Schaffen der Künstlerin, der Höhepunkt ihres Werkes! In der Bautzner Straße entstanden international gefeierte Solo- sowie Gruppenwerke. Mary Wigman legte hier den Grundstein für eine moderne Ausbildung von Tänzerinnen und Tänzern im Stil des „German Dance“ mit einer weltweiten Strahlkraft. Schnell war die 1920 bezogene Villa aus dem Jahr 1856 zu klein, der Dresdener Architekt Otto Geiler war für die Erweiterung der Villa Richtung Garten zuständig.
1927 baute Otto Geiler für die Pionierin des deutschen Ausdruckstanzes das Saalgebäude und einen eingeschossigen Zwischenbau, der Villa und Erweiterungsbau verbindet, im Stil der klassischen Moderne. Dabei wurde auch die Villa zeitgemäß umgestaltet mit teils neuen Fensterformaten und glattem Putz. Das Ergebnis ist architektonisch spannend. Dem Architekten gelang ein für die Stadt früher Anschluss an die Formensprache der aufkeimenden Moderne mit dem noch sichtbaren Einfluss des Expressionismus – eine reizvolle Lösung im Spannungsfeld neuer Formvorstellungen. Auch jetzt ist das Ensemble ein Ort für Kunst und Kultur.
Doch die Fassade des Zwischenbaus musste dringend saniert werden. Der originale Putz von 1927 war durch defekte Dachrinnen und aufsteigende Feuchtigkeit stark geschädigt. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz konnte bei der Sanierung der Fassade am Zwischenbau unterstützen und das Gebäude sich dadurch wieder vollumfänglich der Kunst widmen.