Wassermühle Roidin
Utzedel, Mecklenburg-Vorpommern

Wassermühle Roidin

Verfall im Westen Vorpommerns

Vorpommern ist mit seinen zahlreichen Kirchenbauten und Schlössen eine Kulturlandschaft wie aus dem Bilderbuch. Hier, nordöstlich der Mecklenburgischen Seenplattte, liegt Roidin, ein Ortsteil der Gemeinde Utzedel, der aus nur wenigen, um ein Guthaus liegenden Häusern besteht. In einiger Entfernung fällt das Gelände zum Tal der Tollense hin ab, die nördlich bei Demmin in die Peene mündet. Das Urstromtal ist eine landschaftlich durchaus reizvolle Gegend, doch kann dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass gerade hier Überalterung und Landflucht fernab vom nächstgrößeren Mittelzentrum ein großes Problem darstellen. Schon immer war dieser Landstrich landwirtschaftlich geprägt, und doch findet man heute nur noch wenige Denkmale aus einer Zeit, in der das tägliche Überleben nur durch harte Arbeit gesichert werden konnte. Eines davon ist die Wassermühle Roidin, doch wer hier Mühlenidylle erwartet, wird schnell enttäuscht. Das gesamte Anwesen ist in einem miserablen Zustand, die Gefache des Mühlenbaus sind herausgebrochen, das Dach undicht, und im Innern stapelt sich meterhoch der Schutt. Das Anwesen benötigt dringend Ihre Hilfe!

Bitte helfen Sie uns, die Wassermühle Roidin in Utzedel zu erhalten!


Jahrhundertealte Geschichte

Die alte Wassermühle ist wie das Gutshaus und die Kirche aus dem Dorf nicht wegzudenken: Seit 1330 gehörte sie zum Lehngut Roidin der Adelsfamilie Maltzahn, die 1945 enteignet wurde. Eine erste Mühle wurde bereits 1593 urkundlich erwähnt, zu vermuten ist, dass an dieser Stelle schon ein Vorgängerbau existierte. Das heutige Ensemble präsentiert sich als ein Gebäude in Fachwerkkonstruktion, das Anfang des 19. Jahrhunderts, vermutlich um 1805, erbaut wurde. Zur Straße hin wurde das Haus später mit einem zweischaligen Ziegelmauerwerk versehen. Unter dem Krüppelwalmdach, das wohl ursprünglich mit Reet oder Stroh gedeckt war, sind seit jeher Wohnbereich und Mühlentrakt gemeinsam untergebracht. Ein Wildbach, der etwa 50 Meter hinter dem Mühlenhof verläuft, speist die Mühle mit Wasser. Zur besseren Regulierung floss das Wasser zunächst in zwei Teiche, dann durch einen von großen, behauenen Feldsteinen eingefassten Mühlenkanal zu einem sogenannten mittelschlächtigen Wasserrad von vier Metern Durchmesser. Dieses wurde zwischen 1925 und 1945 durch eine Turbine ersetzt.

1959 hatte der letzte Müllermeister den Betrieb der Wassermühle eingestellt, danach diente sie als Dienstsitz des Revierförsters, und wurde schließlich 1971 für den Preis eines Hausschweins privatisiert. Der Verfall begann schleichend und wurde nicht aufgehalten. Nach dem Tod der letzten Besitzerin bot die Erbengemeinschaft die Mühle 2015 zum Verkauf an. Als sich niemand fand, wurde der ortsansässige Pfarrer aktiv. Obwohl er, wie er selbst von sich sagt, kein Mühlenkenner ist, unterstützte er die Unterschutzstellung des Ensembles 2015 und erwarb es wenig später.

Viel Originalsubstanz in Einzelteilen

Erste Aufräumarbeiten fanden mit Hilfe von Jugendlichen und Freunden statt, eine ambitionierte Aufgabe, die über Wochen mit nicht mehr als acht Helfern durchgeführt wurde. Als die letzten Bewohner den Wohnbereich vergrößerten, entfernten sie im Mühlenhaus einen Großteil der historischen Mühlentechnik. Doch von ihr ist - in Haus und Hof verstreut - noch erfreulich viel vorhanden. So finden sich zum Beispiel Gehäuseteile der Schüttsysteme, eine Förderschnecke und ein Walzenstuhl ohne Walze. Im Mühlenkeller und im Mahlgeschoss hängen noch die Transmissionswellen und -räder, ein Satz Mahlsteine liegt im Garten. Rudimentär sind also fast alle Maschinen und Geräte vorhanden, die für den Betrieb einer einfachen Getreidemühle notwendig waren, und somit ließe sich die Mühle theoretisch wieder instand setzen.

Doch bevor überhaupt daran zu denken ist, einem der letzten technischen Denkmale Vorpommerns neues Leben einzuhauchen, ist noch viel zu tun. Dachstuhl und Dach müssen dringend instandgesetzt werden, erst dann kann der Inhaber sich überhaupt Gedanken machen, wie es mit der dringend notwendigen Innensanierung weitergehen soll. Geplant ist, die historische Mühlenanlage als technisches Denkmal zugänglich zu machen, im ehemaligen Wohnbereich sollen Kleingruppen preiswert übernachten können, und das gesamte Anwesen nachhaltig für die Jugendarbeit genutzt werden können.

Bitte helfen Sie uns bei der dringend notwendigen Instandsetzung der Wassermühle Utzedel, damit einer des letzten technischen Denkmale Vorpommerns eine Zukunft hat.

Hausmühle mit Wirtschafts- und Wohnteil, erbaut in Fachwerk auf Feldsteinsockel um 1805, Inneres später wesentlich verändert. Förderung 2018.

Adresse:
17111 Utzedel
Mecklenburg-Vorpommern