Schon von ferne ist das gewaltige Reetdach des alten
Bauernhauses zu sehen. Erhöht auf einer Warft liegt es nahe der
Elbe im kleinen Dorf Seestermühe. Doch was so idyllisch aussieht
braucht doch regelmäßige Pflege, um es zu erhalten.
Eine Besonderheit des Hauses ist der sogenannte Heidefirst. Der
Firstbereich ist dabei mit getrocknetem Heidekraut gedeckt. Bei
einem Reetdach muss der First besonders sorgfältig ausgebildet
werden, klassischerweise mit besonders jungem, biegsamen Reet oder
mit Grassoden oder eben mit Heide.
Das niederdeutsche Hallenhaus wurde um 1780 in Backstein
errichtet. Unter dem langen Reetdach finden sowohl Wohn- als auch
Wirtschaftsteil des Bauernhauses Platz. Um 1900 wurden die beiden
Teile voneinander separiert. Im Inneren ist die Durchgangsdiele mit
ihrem alten Ständerwerk erhalten, die historische Wandverkleidung
zu den auch Kübbungen genannten Stallungen ebenfalls. Die Deutsche
Stiftung Denkmalschutz unterstützte 2017 die Reparatur und die
Erneuerung des Heidefirsts.