Abriss droht. Eine bevorstehende Neubebauung rückt einem Denkmal bedenklich nahe. Eine geplante Umgestaltung gefährdet die historische Bausubstanz oder droht sie zu verfälschen. Gründe, warum ein Denkmal in Gefahr geraten kann, gibt es viele. Fast täglich erreichen uns Meldungen über bedrohte Monumente – jeder Fall ist es wert, sich einzusetzen.
Doch auch wir können nicht jedes Denkmal vor dem Niedergang bewahren. Aber gerade wenn die Entscheidungen und Gründe, welche zum eventuellen Verlust einzigartiger Bauwerke führen, wegweisend oder multiplizierbar sind und Schule machen könnten, erheben wir unsere Stimme. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz versteht sich als Fürsprecher der stummen Zeugen der Vergangenheit. Wir beteiligen uns aktiv an öffentlichen Debatten, sprechen Entscheider direkt an. Unsere Kompetenz und Expertise in Denkmalfragen werden gehört und ernst genommen. Nachstehend finden Sie eine Auswahl unserer Aktionen und Stellungnahmen.
Das ehem. Finanzamt in Saarbrücken ist ein Denkmal und soll abgerissen werden. Geplant ist, das qualitätsvolle und geschichtsträchtige Bürogebäude von 1949/1952 durch einen Neubau zu ersetzen. Dies möchten wir gemeinsam mit Ihnen verhindern!
Die Abrissgenehmigung erfolgte ohne die gesetzlich erforderliche Einbindung von Landesdenkmalamt und Landesdenkmalrat. Ein weiteres Mal wurde so deutlich, dass es im Saarland an politischem Rückhalt für Denkmalschutz massiv mangelt. Die Abrisspläne für das denkmalgeschützte Gebäude sind auch aus klimapolitischen Gesichtspunkten nicht nachzuvollziehen. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat darum gemeinsam mit anderen Initiativen die Petition „Altes Finanzamt Saarbrücken erhalten – Stoppt den Abriss“ gestartet und einen offenen Brief an die Verantwortlichen verfasst.
Der Denkmalschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der die öffentliche Hand eine Vorbildfunktion innehat. Doch vor allem im politischen Bereich wird deutlich, dass die Pflege und Bewahrung unserer gebauten Geschichte kontinuierlich weniger Unterstützung erfahren. Diese beunruhigende Entwicklung mündet in weitläufigen Änderungen zahlreicher Denkmalschutzgesetze, die die deutsche Denkmallandschaft mehr und mehr in Gefahr bringen. Dringend braucht es eine Kurswende, um weitere Verluste an unserem wertvollen baukulturellen Erbe zu vermeiden. Hierfür setzt sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dezidiert ein.
Zum ersten Mal wird Deutschlands Denkmallandschaft so umfassend auf den Prüfstand gestellt! Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat erstmals das „Schwarzbuch der Denkmalpflege – ein Verzeichnis verlorener Geschichte “ veröffentlicht. Die neue Publikation dokumentiert Bedrohungen und die dramatischen Verluste der Denkmallandschaft aus den vergangenen zwei Jahren. mehr erfahren
Es ist ein wichtiger Schritt in der Technikgeschichte: Noch nicht allzu lange können wir öffentliche und private Beleuchtung in hochwertiger und konstanter Qualität genießen. Die Stadt Düsseldorf verfügt mit fast 14.000 aktiven Gaslaternen über einen wegen seiner besonderen historischen und technischen Bedeutung denkmalgeschützten Bestand. Doch die Stadt plant, das Laternennetzwerk durch Umrüstung auf LEDs nunmehr auf 220 Exemplare zu reduzieren - trotz einem 2019/20 geschlossenen Kompromiss, der den Erhalt von 10.000 Laternen vorsah. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz kritisiert die neuen Pläne scharf und setzt sich für die denkmalgeschützten Laternen ein.
Sakralbauten sind Treffpunkte für christliche Gemeinden, aber auch ortsbildprägende Heimatanker. Doch der kostbare kulturelle Schatz ist so gefährdet wie nie. Pläne zur massiven Reduzierung von Kirchenbauten werden immer konkreter – ein immenser Verlust für alle, denn unabhängig von Religion sind Sakralbauten historische Zeugnisse und bieten eine Vielzahl möglicher denkmalverträglicher Nutzungen. Sie als öffentliche Orte zu bewahren, ist daher eine gesellschaftliche Aufgabe! Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz setzt sich als Mitinitiator der Initiative kirchenmanifest.de und Mitautor des Manifestes für neue Formen der Trägerschaft und den Erhalt der wertvollen Gebäude ein. mehr erfahren
Der historische Gebäudekomplex am Bogensee in Wandlitz mit Goebbels-Villa und der einstigen Jugendhochschule der FDJ verdeutlicht bis heute authentisch die diktatorisch geprägte Grundstruktur und den Willkürcharakter der NS- und DDR-Zeit. Sein Erhalt ist gerade in einer Zeit zunehmender Bedrohung der Demokratie wichtig. Bislang war das Land Berlin der Eigentümer der denkmalgeschützten Gebäude, die lange Zeit leer standen und dem Verfall ausgesetzt waren. 2023 wurden Abrisspläne laut, doch im Oktober 2025 konnte die Übertragung des Geländes durch die landeseigene Berliner Immobilienmanagement GmbH an die Gemeinde Wandlitz im Barnim bestätigt werden. Diese übernimmt den Gebäudekomplex bis Ende 2027 und soll Nutzungskonzepte erarbeiten, die das bedeutende Zeitzeugnis vor dem Abriss retten.
Leider viel zu oft geraten Denkmale in Abrissdiskussionen, werden bewusst vernachlässigt oder ohne Genehmigung verändert. Dann setzen wir uns ein, wir möchten unsere Stimme und Expertise einbringen – für die Vielfalt der deutschen Denkmallandschaft. Auch öffentliche Debatten zu Denkmalschutzgesetzen oder anderen Regulierungen, die denkmalpflegerische Themen betreffen, verfolgen wir aufmerksam und bringen uns aktiv ein, wenn wir den Schutz des baukulturellen Erbes bedroht sehen. Unsere Einsätze und Stellungnahmen der vergangenen Jahre, finden Sie in dieser Übersicht.