Berliner Dom
Bezirk Mitte, Berlin

Der Berliner Dom - ein Wahrzeichen Berlins

Preußischer Repräsentationsbau für Gott und Kaiser

In direkter Nachbarschaft von Lustgarten und Museumsinsel erhebt sich die flächenmäßig größte evangelische Kirchenbau Deutschlands. Der Berliner Dom bildet den markanten Abschluss der Straße „Unter den Linden“ nach Osten und stellt ein bedeutendes Zeugnis der wilhelminischen Kaiserzeit dar. Anders als klassisch evangelische Kirchen, beeindruckt dieser maßgeblich durch Wilhelm II. errichtete Bau besonders durch seine prachtvolle Gestaltung und Ausstattung – als Oberpfarr- und Domkirche sollte das Gotteshaus nicht allein kirchlichen Zwecken dienen, sondern auch Symbol der Hohenzollern sein. Heute gilt der Berliner Dom als eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der deutschen Hauptstadt.

Von der Domkapelle zum preußischen Prachtbau

Eine Domkirche existiert im historischen Zentrum Berlins nachweislich seit 1465, als die Erasmuskapelle im neu erbauten Schloss zum Kollegiatsstift erhoben wurde. 1536 wurde das Domstift in die ehemalige Dominikanerkirche südlich des Schlosses verlegt, die jedoch rund 200 Jahre wegen Baufälligkeit abgerissen wurde. Im Vorfeld ließ Friedrich der Große zwischen 1747 und 1750 nördlich des Stadtschlosses vom Niederländer Johann Boumann d. Ä. einen barocken Neubau errichten. Dieser erfuhr bereits 1822 eine klassizistische Umgestaltung durch Karl Friedrich Schinkel. 

Schon im 19. Jahrhundert wurde ein neuer, repräsentativer Neubau vielfach diskutiert. Mit den Bauarbeiten wurde nach Plänen Stülers zwar begonnen, nach der Revolution 1848 kamen diese jedoch zum Erliegen. Erst durch Kaiser Wilhelm II. wurden die Planungen zu einem neuen repräsentativen Dombau mit mehr Konsequenz verfolgt. So kam es dazu, dass schließlich von 1893 bis 1905 nach Plänen von Julius Raschdorff der Berliner Dom erbaut wurde. Wilhelm II. nahm während der gesamten Bauzeit Einfluss auf die Gestaltung, sein besonderes Augenmerk galt dabei der Innenraumausmalung der Predigtkirche. Der Zentralbau nimmt in seiner Bildsprache starken Bezug auf die italienische Hochrenaissance, verbindet diese jedoch gleichzeitig mit Architekturelementen des Barock. Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Bauwerk große Schäden, große Teile der originalen Kuppelkonstruktion wurden vernichtet. Erst 1975 konnte mit dem Wiederaufbau des kriegszerstörten Doms begonnen werden. Hierbei wurden einzelne Bauelemente verändert wiederhergestellt, die zur DDR-Zeit unbeliebte Denkmalkirche der Hohenzollern abgerissen. 

Dommuseum als Teil der Bauplanung

Bereits in den Ursprungsplänen wurde von Raschdorff als integraler Bestandteil des Domensembles ein Dom-Museum vorgesehen. Das Museum sollte den ursprünglichen Planungen zufolge in sämtlichen Räumen im Obergeschoss an der Lustgartenfront untergebracht werden. Die südlich des Triumphbogens gelegenen Räume dienten bis zum Zweiten Weltkrieg bzw. bis zur Zerstörung des Doms 1944 dieser Bestimmung und bergen bis heute den größten Teil der schon damals dort ausgestellten Modelle. Kernstücke der jetzigen Ausstellung sind die drei großen begehbaren Modelle der Predigtkirche, des kaiserlichen Treppenhauses und der Denkmalkirche, die nach den Entwürfen von Raschdorff im Atelier des Bildhauers Otto Lessing ab 1891 angefertigt worden sind. Dazu sind weitere Modelle der Raschdorffschen Planung und Modelle zu den Entwürfen Stülers aus den Jahren 1843 und 1859 erhalten. Die größte Gruppe bilden die Gipsmodelle, welche in den Größen vom Maßstab 1 zu 1 bis 1 zu 100 variieren und architektonische sowie figürliche Modelle umfassen. Für die bildnerische Ausstattung des Doms wurden die damals bedeutendsten Bildhauer der wilhelminischen Kaiserzeit hinzugezogen.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz beteiligte sich 2005 an der Instandsetzung des Dommuseums sowie der Restaurierung einzelner Ausstellungsobjekte. 

Historistischer Zentralbau, 1893-1905 von Julius Raschdorff, Förderung 2005, 2019

Adresse:
Am Lustgarten
10178 Bezirk Mitte
Berlin

Broschüre