Alte Dorfkirche Zehlendorf
Bezirk Steglitz-Zehlendorf, Berlin

Die Kirche im Dorf lassen - und erhalten!

Retten Sie mit uns die Alte Dorfkirche in Berlin Zehlendorf!

Dr. Eckart von Hirschhausen über die Alte Dorfkirche Zehlendorf

Die Kirche, die meine Jugend prägte und die mich bis heute fasziniert, ist die Alte Dorfkirche in Berlin-Zehlendorf (ADK). An einer großen Straßenkreuzung der Bundesstraße 1, zwischen Berlin-Mitte und Potsdam, steht hinter alten Bäumen ein zunächst unscheinbarer Bau, der Kirche und Turm in einem ist. Friedrich II. zeigte sich angesichts des verfallenen Vorgängergebäudes seinerzeit großzügig und stiftete 6.000 Taler sowie das Bauholz für den Neubau. Es kam, wie so oft: Der Baumeister veruntreute einen guten Teil des Geldes und so wurde diese Notlösung wie alle Provisorien sehr standhaft. Später um 1906 kam in der Gemeinde noch eine große Gründerzeitkirche dazu, doch mehr Charme hat bis heute die Dorfkirche, wo man eng aufeinanderrückt beim Gottesdienst, wo wir als Jugendliche Morgenandachten vor der Schule gefeiert haben und wo wir Theater und Konzerte erlebten, weil man so schön nah dran ist an allem. Immer wieder trete ich hier gerne aus dem Lärm der großen Kreuzung und der geschäftigen Welt für einen Moment der Stille in den seltsamen, achteckig-unrunden und doch so heimeligen Bau ein. Prunkvoll war die ADK nie, das macht für mich gerade ihren protestantischen Charme aus.

Die Alte Dorfkirche in Zehlendorf ist mir seit meiner Kindheit ans Herz gewachsen. Ich habe dort
viele Gottesdienste, Konzerte und Jahreswechsel erlebt. Ich schätze den Wert solcher Orte der Stille mitten im Trubel der Welt. Deshalb setze ich mich gemeinsam mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz dafür ein, diese schöne kleine Kirche zu erhalten.

Dr. Eckart v. Hirschhausen
Helfen Sie der Dorfkirche Zehlendorf!

Es tut mir in der Seele weh, zu sehen und zu wissen, wie die Substanz der Alten Dorfkirche zerbröselt. Es braucht für eine lebendige Kirche und eine engagierte Gesellschaft, die sich ihrer Wurzeln bewusst ist, sichere Orte des Miteinanders, bei denen einem die Decke nicht auf den Kopf fällt. Deshalb bin ich gerne zusammen mit dem Alt-Bischof Professor Wolfgang Huber Schirmherr für die Sanierung der Alten Dorfkirche geworden. Wie sollen wir uns in andere Zeiten und Gedankenwelten hineinversetzen, wenn nicht auch „Erfahrungsspeicher“, sprich Baudenkmäler, aus diesen Zeiten erhalten wurden und erhalten werden. Wenn wir heute alte Lieder singen, schmunzeln wir manchmal über den umständlich formulierten Text. Und doch verbindet das Wissen, das schon Eltern, Großeltern und nochviel mehr Generationen vor uns auch mit diesen Liedern Glaube, Liebe und Hoffnung gesucht und ausgedrückt haben. „Und wenn die Welt voll Teufel wär ...“ so denken wir Gott sei Dank heutzutage nicht mehr. Aber die Welt ist voller Details – und da stecken die kleinen Teufelchen dann doch wieder drin. Gerade wenn es um Denkmalschutz geht.

Dr. Eckart von Hirschhausen und Bischof a. D. Prof. Dr. Wolfgang Huber über die Alte Dorfkirche Berlin-Zehlendorf

 

Der achteckige Bau dieser Dorfkirche knüpft in der Form an die alten Taufkirchen an, die sogenannten Baptisterien. Der Taufstein in der Mitte und das Oktagon darum herum symbolisierte die himmlische Vollkommenheit. Die außergewöhnliche Erfahrung der Konzentration, die man hat, wenn man hier Gottesdienst feiert oder sich in einer stillen Minute zurückzieht, hängt mit der Struktur dieses Gebäudes zusammen. 

Prof. Dr. Wolfgang Huber, Bischof a. D. und Schirmherr der Alten Dorfkirche Zehlendorf

Es braucht eine Menge Geld, um das Dach der Alten Dorfkirche wieder dicht, die Mauern fest und den Friedhof begehbar zu machen. Ich freue mich über jeden Menschen, der mit einer Spende oder Zuwendung aktiv zur Sanierung der Alten Dorfkirche beiträgt. Und bedanke mich jetzt schon für Ihre Unterstützung. Wir haben von den Generationen vor uns Gedanken, Musik, Gedichte und Gebäude empfangen. Es ist an uns, diese Schätze auch für die nächsten Generationen zu erhalten. Ein letztes Bild: Für mich ist die Dorfkirche in Zehlendorf wie eine alte Dame, die sich für ihren runden 250. Geburtstag keine Blumen, sondern Handwerker wünscht, keine Vasen, sondern etwas Mörtel für ihren Sockel. Oben und unten dicht. Mehr nicht. Ein paar Falten und Schrammen dürfen ruhig sichtbar bleiben. Schließlich hat sie schon viel erlebt. Und noch viel vor!

                                                                                                                                                                Dr. Eckart von Hirschhausen
Barocker, oktogonaler Putzbau, 1768, Förderung 2017

Adresse:
Clayallee
14169 Bezirk Steglitz-Zehlendorf
Berlin