1.-12. Juni 2026

Denkmalrettercamp der Jugendbauhütten

300 Freiwillige halfen in Helmstedt bei der Sanierung einer historischen Hofanlage

Nach drei sehr erfolgreichen Fluthilfecamps im vom Hochwasser geschädigten Ahrtal entstand die Idee, nach diesem Vorbild ein mobiles Camp mit ehrenamtlichen Helfern in einer anderen Region Deutschlands durchzuführen. Dieses Jahr organisierte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz zum ersten Mal das Folgeprojekt der Hilfsaktion, das Denkmalrettercamp der Jugendbauhütten. In diesem Format fand das erste Projekt vom 01.-12.06.2026 in Helmstedt, Niedersachsen, statt. 

Beim neuen Denkmalrettercamp arbeiteten hunderte junge Freiwillige zwei Wochen gemeinsam daran, Kramers Gut in Helmstedt zu restaurieren. Die denkmalgeschützte Hofanlage aus dem 17. Jahrhundert ist die einzige noch erhaltene innerstädtische landwirtschaftliche Gutsanlage Niedersachsens. Bei der Bewahrung dieses wertvollen historischen Bauwerks wurden viele helfende Hände gebraucht.

Erfolgreicher Abschluss des Denkmalrettercamps 2026

Zwei intensive Wochen voller Einsatz, Teamgeist und handwerklicher Arbeit liegen hinter den Denkmalretterinnen und Denkmalrettern: Insgesamt 341 junge Freiwillige engagierten sich gemeinsam mit 27 erfahrenen Fachanleitern auf 19 Baustellen in und um Kramers Gut in Helmstedt für den Erhalt wertvoller Kulturdenkmale.

Dank ihres außergewöhnlichen Engagements konnten zahlreiche Arbeiten schneller als geplant abgeschlossen werden. Auf Kramers Gut wurden unter anderem historische Fachwerkkonstruktionen instand gesetzt, ein Renaissance-Tor restauriert und wieder eingebaut, Stallfenster aufgearbeitet sowie umfangreiche Lehm- und Maurerarbeiten ausgeführt. Auch an weiteren Denkmalen in der Region konnten wichtige Erhaltungsmaßnahmen umgesetzt werden.

Mit dem Denkmalretterfest am 12. Juni fand das Denkmalrettercamp einen gelungen Abschluss – rund 700 Besucherinnen und Besucher kamen zu Kramers Gut. Erstmals konnte dabei der ehemalige Kuhstall als Veranstaltungsort genutzt werden – ein sichtbares Ergebnis der gemeinsamen Arbeit. Während des Festes wurde auf den Baustellen weitergearbeitet, sodass die Gäste traditionelle Handwerkstechniken hautnah erleben und die beeindruckenden Fortschritte des Denkmalrettercamps entdecken konnten.

Eindrücke von den Denkmalbaustellen

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Einsatz für denkmalgeschützte Hofanlage

Die Teilnehmer, allesamt aktive oder ehemalige Freiwillige der Jugendbauhütten, lebten gemeinsam in einer Zeltstadt und arbeiteten in Gruppen auf mehreren Baustellen. Während des Denkmalrettercamps wurde für zwei Wochen an der gesamten, weitläufigen Anlage von Kramers Gut gearbeitet. Dazu war das Gut in verschiedene Baustellen und Bauteile unterteilt, an denen u.a. Fachwerkarbeiten, Notsicherungen, das Wickeln vom Lehmstaken, Fensterrestaurierungen, Tor- und Türrestaurierungen durchgeführt wurden. Bei diesen vielfältigen Arbeiten wurden die Ehrenamtlichen von erfahrenen Fachleuten aus verschiedenen Gewerken angeleitet. Geplant war auch, den weitläufigen historischen Stall von Kramers Gut innerhalb von zwei Wochen zum Festsaal zu machen. Dazu musste er entrümpelt und restauriert werden. Hier fand das große Abschlussfest des Denkmalrettercamps statt. 

Das Ziel des Projekts war es, die Sanierung der weitläufigen Anlage einen großen Schritt voranzubringen und diese wiederzubeleben, über Kooperationsprojekte und Netzwerkbildung die Region zu stärken sowie weitere aktive Impulse und Einbindungsmöglichkeiten für das aufkommende Engagement in der Stadt für dieses besondere Denkmal und das Interesse der Bevölkerung am Denkmalschutz generell zu geben.

Eindrücke des Projektortes Kramers Gut

Die denkmalgeschützte Hofanlage Kramers Gut in Helmstedt soll im Juni 2026 zum Einsatzort des Denkmalrettercamps werden.
Schon fleißig vor Ort: 10 Jugendbauhüttler aus der mobilen Einsatzstelle des Projekts Ostfalen der Jugendbauhütte Niedersachsen arbeiten schon auf Kramers Gut.
Innerhalb von zwei Wochen soll der große Kuhstall von Kramers Gut restauriert werden. Eine große Herausforderung, der sich die Engagierten gerne annehmen!
Im Rahmen des Denkmalrettercamps soll die Restaurierung der weitläufige Anlage einen großen Schritt vorangehen. Hier wird jede helfende Hand benötigt!
Die Gutsanlage umfasst mehrere Gebäude und liegt am Rande der durch Fachwerkbauten geprägten Altstadt Helmstedts.
Auch am historischen Speicher arbeiten die Engagierten des Projekts Ostfalen.
Bestandsaufnahme als Vorbereitung für die Sanierung: Die jungen Helfer vermessen die Fenster der denkmalgeschützten Hofanlage.

Engagement für das baukulturelle Erbe in Niedersachsen

Das Projekt aktivierte Engagement für die Denkmalpflege auf allen Ebenen. Innerhalb weniger Tage waren alle Plätze belegt, 300 ehrenamtliche Helfer haben sich angemeldet, um ganz konkret beim Erhalt des baukulturellen Erbes der niedersächsischen Stadt zu unterstützen. Um das Camp und die Arbeit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz vor Ort präsent zu machen, stand ihr ehrenamtliches Ortskuratorium Helmstedt unter der Leitung von Karl-Heinz Broska im direkten Austausch mit der Lokalpolitik und vernetzte sich mit den Akteuren. Denn auch die Stadtverwaltung und örtliche Vereine waren am Denkmalrettercamp 2026 beteiligt.

Großprojekt ist möglich dank zahlreicher Unterstützung

Das erste Denkmalrettercamp, das unter dem Motto „Helmstedts Kulturgut – wir packen's an!“ stand, konnte viel bewirken! Die eigens eingerichtete Zeltstadt mit Schlafstätten, sanitären Anlagen und regelmäßiger Verpflegung für die Freiwilligen war auf dem Gelände des unmittelbar vor der Stadt gelegenen denkmalgeschützten Waldfreibades Birkerteich aus den 1950er Jahren eingerichtet worden. 

Dank zahlreich eingegangener Spenden an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und öffentlicher Förderung konnte dieses Großprojekt realisiert werden. Tragen auch Sie mit Ihrer Spende dazu bei, dass solche Projekte in Zukunft umgesetzt und wertvolle Denkmale erhalten werden können!

mehr zu den Jugendbauhütten

Das Denkmalrettercamp der Jugenbauhütten wird unterstützt durch das EU-Förderprogramm LEADER in der LEADER-Region Grünes Band im Landkreis Helmstedt. Die folgenden Teilmaßnahmen sind Teil des geförderten Projektes:

  • Zeltstadt, Duschcontainer, Toiletten und Wasser- und Stromversorgung
  • Verpflegung im Camp für ca. 200 Personen (Teilnehmer + Fachanleiter + Planungsteam)
  • Filmische Begleitung des Camps, Schwerpunkt: Nachhaltige Auswirkungen des Projekts auf die Region