Jugendbauhütte NRW-Westfalen

Westfalen bietet beste Grundlagen für eine Jugendbauhütte, denn der Landstrich ist ganz besonders vielfältig. Von eher landwirtschaftlich geprägten Regionen über städtische Zentren bis hin zur Industrieregion Westfälisches Ruhrgebiet verspricht Westfalen abwechslungsreiche Kultur und traditionsreiche Städte.

Von der Römerzeit bis zum Industriezeitalter

So variantenreich wie die Region sind auch die sogenannten Einsatzstellen der Jugendbauhütte NRW-Westfalen, in denen die Freiwilligen den Arbeitsalltag in der Denkmalpflege kennenlernen und den Großteil des Jugendbauhütten-Jahres verbringen. Von Behörden und Institutionen, wie Ämtern für Archäologie, Archiven, Denkmalbehörden, Architektur- und Planungsbüros, über Restaurierungswerkstätten in den Bereichen Zimmerei, Lehmbau, Bau- und Möbeltischlerei, Kirchen- und Glasmalerei sowie Textilrestaurierung bis hin zum LWL Römermuseum Haltern am See, dem Freilichtmuseum Oerlinghausen oder dem Historischen Museum Bielefeld – Vielfalt pur. Dementsprechend sind die Einsatzstellen über ganz Westfalen verstreut – sowohl auf dem Land als auch in städtischen Gebieten.

Verbindung von Theorie und Praxis

Sechs Wochen im Jahr verbringen alle Freiwilligen der Jugendbauhütte gemeinsam im Rahmen der Seminarwochen. Das sind meist einwöchige Bildungsseminare, in denen theoretische Grundlagen zu Themen wie Baustilkunde, Denkmalpflege und Bauphysik in Ergänzung zu der praktischen Arbeit in den Einsatzstellen erlernt werden. In den praktischen Teilen der Seminare lernen die Freiwilligen verschiedene Handwerkstechniken und Werkstoffe kennen. Traditionelle Handwerkstechniken wie Intarsienarbeiten, Steinbildhauerei oder Lehmbau werden durch Fachleute vermittelt und möglichst direkt am Denkmal angewendet. So konnten schon viele Denkmalprojekte zum Nutzen der Gemeinschaft umgesetzt werden. Die Freiwilligen sind an der Gestaltung der Seminare aktiv beteiligt und bringen ihre eigenen Ideen ein.

Aus der Vergangenheit lernen, in der Gegenwart leben und für die Zukunft bauen

In den vergangenen Jahren haben die Freiwilligen der Jugendbauhütte NRW-Westfalen eine Vielzahl verschiedener Projekte bearbeitet. So wurde zum Beispiel die Fassade des Bademeisterhauses am Alten Freibad in Soest restauriert und ein Prototyp eines multifunktionalen Siedlungshauses für ein Entwicklungshilfeprojekt gebaut. Erfolgreich konnten bei einer archäologischen Grabung Funde in der  St. Petri-Kirche in Soest gesichert werden. Nach der Restaurierung des Kreuzweges des Hauses Maria in Geseke und der Fertigung von Schrifttafeln aus Sandstein für das Römerdorf in Haltern am See steht nun ein neues Projekt an: die Sanierung von Schloss Senden, ein Wasserschloss mit über 500-jähriger Geschichte. Seit Herbst 2015 bekommen die Freiwilligen hier die Möglichkeit, im Rahmen der Seminararbeit oder auch in der Einsatzstelle aktiv bei der Restaurierung eines echten Wahrzeichens des Münsterlandes mitzuwirken und das Schloss aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken. Dabei konnten bisher Jugendstilfliesen und Schießscharten im Gebäude, sowie das Nepomuk-Denkmal im Garten freigelegt werden. Außerdem wurde mit einem selbstgebauten Floß vom Wassergraben aus das Mauerwerk von Pflanzen befreit. Die Aufgaben sind vielfältig und hier gibt es noch Einiges zu tun!


Eindrücke

Ansprechpartner

Bernhard Anzalone

Leitung Jugendbauhütte NRW-Westfalen

02921 981 55 55

Aktuelle Einsatzstellen