Erfurt-Stotternheim
02.06.2026
Das Ortskuratorium Erfurt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz unter der Leitung von Lars Ludwig lädt ein zu einer Führung zurück in die Blütezeit von Stotternheim mit den Referenten Jörg Bodenstein und Hartmut Weihrauch vom Bergmannsverein Erfurt e. V.
Wo heute Wiesen, Wege und scheinbar unscheinbare Gebäude liegen, verbirgt sich eine lange und faszinierende Geschichte: Stotternheim war über mehr als ein Jahrhundert ein bedeutender Ort der Salzgewinnung und des Kurbetriebs. Die Teilnehmer begeben sich auf eine Spurensuche, die Industriegeschichte, Naturraum und Alltagsleben eindrucksvoll miteinander verbindet.
Ausgangspunkt ist das ehemalige Solbad (1847-1943), das einst Kurgäste anzog und die heilsame Wirkung der Sole nutzbar machte. Von hier führt ein etwa 15-minütiger Spaziergang in Richtung Louisenhall zur früheren Saline (1828-1935). Unterwegs wird anschaulich erläutert, wie Sole gefördert, in Siedepfannen verarbeitet und schließlich zu Salz veredelt wurde – ein aufwändiger Prozess, der Stotternheim nachhaltig prägte. An den Stationen Louisenhall und der späteren Saline Neuhall (1885-1949) am Bahnhof werden die heute stark veränderten Gebäude in ihrer ursprünglichen Funktion lebendig. Die Führung macht sichtbar, was auf den ersten Blick kaum mehr zu erkennen ist: ein komplexes Geflecht aus Technik, Arbeit und wirtschaftlicher Entwicklung. Ein besonderes Augenmerk gilt den benachbarten Salzwiesen – einem seltenen Naturphänomen, das aus der Salzgeschichte hervorgegangen ist und bis heute die Landschaft prägt. Hier wird deutlich, wie eng industrielle Nutzung und ökologische Besonderheiten miteinander verwoben sein können.
Die Führung lädt dazu ein, Stotternheim neu zu entdecken: als Ort, an dem sich Vergangenheit und Gegenwart, Industrie und Natur auf spannende Weise begegnen.
Treffpunkt: Am Schwimmbad / Hinter d. Mühle
99095 Erfurt-Stotternheim
02.06.2026
Zur Online-Anmeldung
Festes Schuhwerk erforderlich; nicht barrierefrei
Der Eintritt ist frei. Um Spenden für die Arbeit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz wird herzlich gebeten.