Ausgebucht

Berlin 04.06.2026 19:00 Uhr

Sie sind herzlich eingeladen, der Diskussionsveranstaltung „Bogensee. (K)eine Zukunft für unser unbequemes Kulturerbe?“ in unserem Nicolaihaus in Berlin beizuwohnen.

Es diskutieren: Oliver Borchert, Bürgermeister der Gemeinde Wandlitz; Dr. Irmgard Zündorf, Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam; Andreas Barz, Studentendorf Schlachtensee; Marie Neumüllers, Urbanizers, und Dr. Haiko Türk, Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Museum.  Die Moderation übernimmt Prof. Dr. Jörg Haspel.

Nur wenige Kilometer vor den Toren Berlins im Verflechtungsraum mit Brandenburg gelegen, zählt der Denkmalkomplex Bogensee zu den unbequemen Erbschaften, die das „Dritte Reich“ und die „Deutsche Demokratische Republik“ in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg hinterlassen haben. Gestartet als Landsitz des NS-Propagandaministers Joseph Goebbels, fand die „Waldhof“ genannte Dreiflügelanlage der 1930er Jahre nach 1946 als Schulungsstätte der Freien Deutschen Jugend eine Nachnutzung. Anfang der 1950er Jahre folgte der Ausbau zur FDJ-Jugendhochschule „Wilhelm Pieck“ in den Formen des Sozialistischen Klassizismus.

Das Bogensee-Areal gehört seit dem Mauerfall dem Land Berlin und steht seit 1996 als authentisches Bau- und Gartenzeugnis der NS-Diktatur und der DDR-Herrschaft unter Denkmalschutz. Als „abandoned place“ erfreut es sich heute zunehmender Aufmerksamkeit. Abbruchpläne des Berliner Finanzsenators, lautstarke öffentliche Proteste und schließlich Forderungen nach einem Abrissmoratorium – auch kommuniziert über die Organe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz – führten 2025 zu der befristeten Überlassung des Areals an die Gemeinde Wandlitz und zu seiner Aufnahme in das Bundesförderprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“. Ein durch Brandstiftung verursachtes Großfeuer im Lektionsgebäude sorgte Anfang 2026 deutschlandweit für Aufmerksamkeit

Im Gespräch mit dem Publikum soll u.a. der Frage nachgegangen werden, wie eine demokratische Gesellschaft mit dem Erbe ihrer undemokratischen Vergangenheit umgehen kann und welche Interventionen ein unbequemes Baudenkmal verträgt oder auch verlangt.

Im Anschluss an die Diskussion gibt es Gelegenheit zu Gesprächen bei einem Glas Wein.

Ort

Nicolaihaus - ein Haus der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
Brüderstr. 13
10178 Berlin

Termin

04.06.2026
19:00 Uhr

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