Wiesbaden
06.09.2026
Das Ortskuratorium Wiesbaden der Deutschen Stiftung Denkmalschutz unter Leitung von Dr. Brigitte Streich lädt zu einer Führung auf den Jüdischen Friedhof „Schöne Aussicht“ ein. Den Rundgang leiten Steve Landau, Geschäftsführer Jüdische Gemeinde Wiesbaden, und Dr. Katherine Lukat, Sachgebietsleiterin Gedenkstätten im Stadtarchiv Wiesbaden.
Der jüdische Friedhof ist nicht nur Begräbnisstätte, sondern gehört zu den bedeutendsten Kulturdenkmalen und Zeugnissen jüdischer Geschichte in Wiesbaden. Er wurde 1750 von der Jüdischen Gemeinde von Wiesbaden am damaligen „Kuhberg“ gegründet. Das rund 4.700 Quadratmeter große, geschlossene Areal an der Straße „Schöne Aussicht“ beherbergt heute noch 523 nachgewiesene, verwitterte Grabsteine. Schon im 14. Jahrhundert existierte ein jüdischer Friedhof in Taunusstein-Wehen. Er diente den wenigen jüdischen Familien Wiesbadens als Begräbnisstätte. Bis ins 18. Jahrhundert blieb dies der einzige Friedhof für die Wiesbadener Juden. Mit anwachsender Zahl wurde der Wunsch nach einem eigenen Friedhof größer. Dieser Wunsch erfüllte sich im Jahr 1750. Die erste Beisetzung erfolgte am 11. Februar 1750. 1779 und 1850 wurde die Begräbnisstätte erweitert. Die Gemeinde nutzte den Friedhof bis 1891, weil kein Platz für weitere Beerdigungen war. Vereinzelte Beisetzungen in Familiengräbern fanden noch bis 1935 statt. Der jüngere Teil des Friedhofs geht auf das Jahr 1851 zurück.
Das Gesamtensemble ist trotz des schleichenden Verfalls ein Kleinod und Kulturdenkmal der Stadt. Der Jüdische Friedhof „Schöne Aussicht“ ist ein Ort des Gedenkens, der von den Lebensgeschichten früherer Generationen erzählt und Einblicke in die Geschichte der Jüdischen Gemeinde gibt. Als Kulturdenkmal ist er zugleich Zeugnis von über 270 Jahren Stadtgeschichte.
Treffpunkt: Jüdischer Friedhof – vor dem Eingangstor
Schöne Aussicht 6, 65193 Wiesbaden
06.09.2026
Der Eintritt ist frei. Um Spenden an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz wird herzlich gebeten.
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
Anmeldung erforderlich unter www.denkmalschutz.de/anmeldung
Männer müssen beim Besuch des Friedhofs eine Kopfbedeckung tragen.
Die Führung ist nicht barrierefrei; festes Schuhwerk erforderlich.