Osnabrück 06.11.2025 19:00 Uhr

Das Ortskuratorium Osnabrück der Deutschen Stiftung Denkmalschutz unter der Leitung von Heike Knöpke lädt Sie ein zu einem Vortrag des Architekturhistorikers Thomas Brandt über modernen Kirchenbau. Im Fokus stehen zentrale Werke der drei wichtigsten Kirchenbauer der 1920er bis 1950er Jahre: Dominikus Böhm, Rudolf Schwarz und Otto Bartning.

Es geht um eine einzige Bauaufgabe, die Erschaffung eines Ortes, der der Begegnung von Menschen mit dem Numinosen, dem Ewigen und Übernatürlichen gewidmet ist. An drei prägnanten Beispielen und unter Berücksichtigung der Heilig-Kreuz-Kirche in Osnabrück werden die Möglichkeiten dargestellt, die Architekten für diese zentrale Aufgabe der Baukunst gefunden haben:

Auferstehungskirche (1929-30) in Essen, erbaut von Otto Bartning (1883-1959):
Während der Weltwirtschaftskrise entsteht ein kreisrundes protestantisches Kirchengebäude als reine Stahlkonstruktion, mit Beton ummantelt und mit Backsteinen ausgefacht. Otto Bartning, der berühmteste Baumeister des Protestantismus im 20. Jahrhundert, ist der Schöpfer dieser Bauidee, die schnell den Spitznamen "Tortenkirche" erhält.

Kirche St. Engelbert (1930-32) in Köln, erbaut von Dominikus Böhm (1880-1955):
Der Altar soll als der „mystische Christus“ Ausgangspunkt und gestaltender Mittelpunkt des Kirchenbaus werden. Die Gläubigen sollen zu communicantes, zu Teilnehmern, an der Opferfeier werden. Dem folgend entwickelt Dominikus Böhm die Idee eines Zentralbaus, die auf heftigen Widerstand beim Generalvikariat stößt. Letztendlich gewinnt Böhm, muss sich aber eine heftige Rüge des Papstes gefallen lassen. Das Kölner Kirchenvolk reagiert gelassen und tauft den eindrucksvollen Bau „Zitronenpresse“.

Kirche St. Anna (1953-56) in Düren, erbaut von Rudolf Schwarz (1897-1961):
Nach dem Zweiten Weltkrieg ist die historische Stadt Düren so umfassend zerstört, dass man ernsthaft erwägt, auf einer anderen Fläche eine neue Stadt zu errichten, bevor man sich entscheidet, am Ort des Dramas zu bleiben. 1951-56 entsteht dort ein neuer Bau der Hauptkirche der Stadt, St. Anna, einer der größten Steinbauten, die seit langer Zeit in Europa gebaut wurden. „Die Menschen sollen in diesem Bau Bergung finden“, schreibt sein Architekt Rudolf Schwarz, „Bergung in Gottes verlässlichem Dasein.“

Der Eintritt ist frei. Um Spenden für die Arbeit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz wird herzlich gebeten. 

Ort

Heilig-Kreuz-Kirche
Schützenstr. 87
49084 Osnabrück 

Termin

06.11.2025
19:00 Uhr

Hinweis

Der Eintritt ist frei. Um Spenden für die Arbeit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz wird herzlich gebeten. 

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