Lüneburg
13.09.2026
Das Ortskuratorium Lüneburg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz unter Leitung von Prof. Dr. Paul Georg Lankisch lädt herzlich zu der Führung “Zwei Kunstwerke in Zusammenhang mit ihren sozialen Netzwerken – Theodorialtar und Stöteroggeepitaph” ein. Die Führung wird durchgeführt von Hiltrud Gutowski und Gudrun Jesussek.
In Lüneburgs beeindruckender, mittelalterlicher Altstadt spielt sie definitiv eine Hauptrolle: Am Fuß des Platzes „Am Sande“ gelegen, prägt St. Johannis mit dem 108 Meter hohen Turm die Stadtsilhouette. Das älteste Gotteshaus Lüneburgs, erbaut Ende 13. bis Mitte 14. Jahrhundert, zeugt mit seiner prachtvollen Ausstattung von der einstigen Bedeutung der Hansestadt.
Der Theodorialtar (1507/8 und 1517) stand ursprünglich auf dem Junkernlektor, Sitz der Mitglieder der Theodorigilde in St. Johannis. Die nach dem Vorbild der berühmten Lübecker Zirkelgesellschaft 1461 gegründete, exklusive Gilde diente der Selbstvergewisserung des Lüneburger Patriziats, nachdem im sogenannten Prälatenkrieg dessen Vorrang- und Machtstellung im Lüneburger Sozialgefüge in Frage gestellt war. Den Hintergrund dieses sozialen Netzwerks für die Entstehung und seine Spuren in der Gestaltung des Altars möchte die Führung aufzeigen.
Treten wir in die Johanniskirche ein, werden wir empfangen von zwei großen Epitaphien (Gedenktafeln): Wer hat sich da so imposant in Szene gesetzt?! Die Tafeln erinnern an Vater und Sohn Stöterogge. Beide waren Bürgermeister. Der Sohn Nikolaus bekleidete das Amt des Vertreters der Hanse bei Kaiser Karl V. Beide und die Schwester, Margarethe, die Äbtissin von Medingen, ringen während der Reformation um den rechten Glauben. Margarethe scheut die Konfrontation mit Herzog Ernst dem Bekenner nicht. Diese Familie pflegte ein großes soziales Netzwerk über die Familie, Klöster, Hanse bis zum Kaiser.
St. Johannis
Bei der St. Johanniskirche 2
21335 Lüneburg
13.09.2026
Treffpunkt: In der Turmhalle