Mit Anmeldung

Sassnitz 16.06.2026 14:00 Uhr16:00 Uhr

Das Ortskuratorium Rügen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz unter Leitung von Joachim von Marschall lädt ein zu einem Vortrag von Dr. Frank Biederstaedt, Leiter des Stadtarchivs und der Stadtbibliothek Sassnitz. Der Archivar und Kunsthistoriker widmet sich dem erstaunlichen Wandel von Crampas und Sassnitz vom Fischerdorf und beliebten Seebad zur zweitgrößten Stadt Rügens. Im Anschluss daran folgt eine kleine Exkursion zu ausgewählten Beispielen der Sassnitzer Bäderkultur.

Noch um 1800 lagen Sassnitz und Crampas abgelegen am Rand der Stubnitz. Die Menschen lebten hauptsächlich vom Fischfang, von etwas Landwirtschaft und vom Ertrag karger Böden. Schmale Wege führten durch das Dorf, einfache Katen prägten das Bild. An einen internationalen Badeort dachte niemand. Doch dann in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entdeckten Reisende die landschaftliche Dramaturgie der Kreideküste. Erste Badegäste kamen, neugierig auf das Meer, die gesunde Luft und das Versprechen von Erholung. Was zunächst zögerlich begann, entwickelte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts zu einem tiefgreifenden Wandel. Logierhäuser entstanden, Villen wuchsen am Hang, der Kurplatz wurde zum gesellschaftlichen Mittelpunkt. Mit dem Hafenbau und der Eisenbahn rückte Sassnitz in neue wirtschaftliche Dimensionen. Aus dem abgelegenen Küstenort wurde ein Ort mit überregionaler Ausstrahlung. Der Vortrag erzählt von diesem Aufbruch. Er beleuchtet die Fragen, wer investierte, wer profitierte und wie veränderte sich das Leben der einheimischen Bevölkerung. Aufgezeigt wird, wie aus bäuerlichen und fischereilichen Strukturen mondäne Ostseebäder entstanden, die um 1900 ihren Höhepunkt erlebten. Es ist eine Geschichte von unternehmerischem Mut, touristischen Visionen und vom Wandel einer ganzen Landschaft.

Ort

Rathaus Sassnitz
Hauptstr. 33, 18546 Sassnitz

Termin

16.06.2026
14:00 Uhr16:00 Uhr

Anmeldung

Zur Online-Anmeldung 
oder bei Joachim von Marschall, Tel. 038305-565040

Hinweis

Der Eintritt ist frei. Um Spenden für die Arbeit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz wird herzlich gebeten

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