Mit Anmeldung

Berlin 18.02.2026 19:00 Uhr

Sie sind herzlich eingeladen, dem Vortrag  „„Gefühlserbschaften“. Zur Psychologie zweier Generationen im Umgang mit der NS-Zeit“ von Prof. Dr. Thomas Sandkühler in unserem Nicolaihaus in Berlin beizuwohnen.

Generation ist ein häufig benutzter Begriff. Man liest von der „Generation X“,  „Y“ und „Z“ und fragt sich, wozu diese Buchstabenfolge dienen soll. In Familien löst etwa alle drei Jahrzehnte eine Generation die vorherige ab. So weit, so gut, aber auch so banal. Soziologen und Historiker verwenden den Generationenbegriff anders und verfolgen aufschlussreichere Fragestellungen: Sie untersuchen etwa, was Angehörige benachbarter Geburtsjahrgänge dazu bringt, sich als eigene Generation zu empfinden, warum und unter welchen Zeitumständen das erfolgt. Offenbar spielen politische Schlüsselereignisse hierbei eine zentrale Rolle: der für Deutschland verlorene Erste Weltkrieg, das Kriegsende 1945 oder die Studentenrevolte von 1968.

Der Referent des Abends war bis 2025 Professor für die Didaktik der Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Als 1962 geborener Historiker gehört er einer Altersgruppe an, die als „Boomergeneration“ bezeichnet wird. Unter anderem anhand autobiografischer Überlegungen wirft er die Frage auf, was seine Generation von derjenigen der „68er“ unterscheidet, aber auch, was sie mit jener gemeinsam hat. Seine These lautet, dass beide Gruppen von „Gefühlserbschaften“ im Sinne Sigmund Freuds geprägt und belastet waren, dass diese aber auf unterschiedliche Weise zum Ausdruck kamen und auch verschiedene Folgen zeitigten. Der Vortrag ist insofern nicht nur, aber auch eine autobiografische Erzählung, die nach ihren eigenen Grundlagen fragt und Aspekte eines generationenspezifischen Geschichtsbewusstseins zur Diskussion stellt. 

Folgende Fragen sind Gegenstand der Diskussion:

  • Welche Rolle spielte die Auseinandersetzung mit Zweitem Weltkrieg und Holocaust für das Generationengefühl der sog. Boomer?
  • Worin und inwiefern grenzen sie sich von dem Aktivismus der „68er“ ab?
  • Inwiefern hat ihr Geschichtsbewusstsein Politik und Kultur der Bundesrepublik geprägt?
  • Welche „Gefühlserbschaften“ haben sie tradiert und weitergegeben?
  • Welche Rolle spielten dabei die Universitäten – nicht zuletzt in Berlin?

Im Anschluss an die Diskussionsrunde gibt es Gelegenheit zu Gesprächen bei einem Glas Wein.

Ort

Nicolaihaus - ein Haus der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
Brüderstr. 13
10178 Berlin

Termin

18.02.2026
19:00 Uhr

Anmeldung

Eine Anmeldung ist bis zum 16. Februar erforderlich. Hier anmelden.

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