Neuss
29.10.2026
Das Ortskuratorium Kassel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz unter Leitung von Claudia Ulrich lädt Sie herzlich zu einem Vortrag von Thomas Brandt ein. Unter dem Titel „Können Bauwerke expressiv sein?“ nimmt der Architekturhistoriker und Kunstwissenschaftler die Zuhörer in eine Epoche mit, in der Architektur zum Ausdruck von Emotionen, Visionen und Aufbruchstimmung wurde.
Am Ende des Ersten Weltkrieges entstand im Deutschen Reich eine neue Architektursprache, deren Vorläufer schon 1915 als „expressionistisch“ beschrieben wurden, mit kristallingezackten, kurvigen und organischen Linien, die zur Ausdruckssteigerung eingesetzt wurden, im Gegensatz zu den nüchternen, geraden Linien des Neuen Bauens, für die das Bauhaus steht. Im nördlichen Deutschland entwickelte sich der Backsteinexpressionismus, während sich ab Ende der 1920er Jahre Elemente des Stils mit denen des Art Déco und des neusachlichen Bauens vermischten. Viele namhafte deutsche Architekten entwarfen einige Jahre ihres Schaffens Gebäude, die dem expressionistischen Stil verpflichtet waren, so vor allem Otto Bartning, Peter Behrens, Dominikus Böhm, Fritz Höger, Wilhelm Kreis, Erich Mendelsohn, Hans Poelzig oder Hans Scharoun. Vier Gebäude, die in keiner Architekturgeschichte fehlen dürfen, bildeten den Auftakt des Stils: das Glashaus auf der Werkbund-Ausstellung von Bruno Taut in Köln (1914), das große Schauspielhaus von Hans Poelzig in Berlin (1919), der Einsteinturm von Erich Mendelsohn in Potsdam (1920-22) und das Chilehaus von Fritz Höger in Hamburg (1922-24).
Zu Beginn zeigt der Vortrag diejenigen Quellen auf, aus denen sich die Entwicklung des architektonischen Expressionismus speiste. Vorgestellt werden darüber hinaus die expressionistischen Werkphasen von Hans Poelzig, Hans Scharoun, Otto Bartning und Fritz Höger. Der Vortrag schließt mit Verweisen auf Beispiele des Stils in Kassel und Umgebung sowie auf typische Bauelemente des Expressionismus.
RomanNEum Neuss,
Raum E.29
Brückstr. 1
41460 Neuss
29.10.2026
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Wir bitten um Anmeldung.
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Der Eintritt ist frei.
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