30.10.2020 – Sachsen-Anhalt

Auch St. Katharina in Thale-Neinstedt erhält einen DSD-Fördervertrag

St. Katharina in Thale-Neinstedt © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Wegner

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Der Altar in St. Katharina in Thale-Neinstedt © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Wegner

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Altar in St. Katharina in Thale-Neinstedt © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Wegner

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Erscheinungsbild und Konstruktion sind eine Seltenheit

Zweckgebundene Spenden für Sakralbauten sowie eine Nachlassspende ermöglichen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) 15.000 Euro für die Konservierung und Restaurierung des Altarretabels der St. Katharina-Kirche in Thale-Neinstedt zur Verfügung zu stellen. Die Katharinenkirche wurde bereits 2004 und 2005 von der DSD gefördert und ist eines von über 590 Objekten, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Sachsen-Anhalt fördern konnte.

Die Kirchengemeinde möchte nach der Wiederherstellung der Gebäudehülle in den vergangenen Jahren nun auch ihren Altar restaurieren. Aufgrund seiner Instabilität kann derzeit auch die Kanzel nicht betreten werden. Neben der fehlenden Belastbarkeit ist aktiver Schädlingsbefall zu beseitigen. Zugleich können so auch gleich Fehlstellen in der Fassung, eine starke Verschmutzung und die fehlenden Holzteile aufgearbeitet werden.

Die Dorfkirche von Neinstedt ist ein reich ausgestattetes Baudenkmal von überregionaler Bedeutung. Der Kanzelaltar ist in seinem Erscheinungsbild und seiner Konstruktion eine Besonderheit. Der frühbarocke Kanzelkorb ersetzte das Mittelbild des Renaissancealtars. Das Retabel selbst wurde seitlich an eine der Emporen verbracht.

Die Dorfkirche von Neinstedt ist ein verputzter Bruchsteinsaal mit querrechteckigem Westturm und gerade geschlossenem Schiff, das von einem steilen Satteldach gedeckt wird. Die Kirche stammt im Kern aus romanischer Zeit. Die südliche Portalvorhalle datiert auf das Jahr 1564. Das Kirchenschiff wurde 1695 bei einem barocken Umbau stark verändert. Das Innere schließt eine flache Holztonne. Die schlichten Emporen an drei Seiten wurden nach 1564 abschnittweise errichtet. Von der Ausstattung sind neben dem Kanzelaltar von 1675 insbesondere die gotische Sandsteinmensa, die Sakramentsnische von 1481 und die Sandsteintaufe von 1672 zu erwähnen.

Durch die in den letzten zweihundert Jahren ausgeführten Umbaumaßnahmen im Decken- und Dachraum wurde das statisch-konstruktive System des Dachtragwerks erheblich gestört. Zudem führten Feuchtigkeitsschäden im Dach zu Schwammbefall, die aufsteigende Feuchtigkeit schädigte Mauerwerk, Fenster und Putz. 1997/1998 wurde der Kirchturm und 2002/2003 das Dach instandgesetzt Bis Mitte 2006 schließlich konnte die Innensanierung abgeschlossen werden. Dabei waren flächendeckende Ausbesserungen an der Holztonne erforderlich; das nur teilerhaltene Rohrgeflecht wurde abgenommen, der erforderliche Putzträger in Nirosta-Streckmetall ausgeführt. Auch die bleiverglasten Chorfenster wurden gereinigt und ergänzt.