19.07.2019 – Bayern

Bronze für das Bürgerhaus in der Oberen Schmiedgasse 54 in Nürnberg

Obere Schmiedgasse 54 in Nürnberg © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Wagner

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Obere Schmiedgasse 54 in Nürnberg © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Wagner

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Obere Schmiedgasse 54 in Nürnberg, Stube im 2. Obergeschoss © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Wagner

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DSD-Bronzeplakette mit dem Hinweis "Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale"

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Tafel erinnert an die private Förderung

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellte für die Instandsetzung der Außenfassaden und die Restaurierung der Stube im zweiten Obergeschoss des Bürgerhauses in der Oberen Schmiedgasse 54 in Nürnberg dank der Lotterie GlücksSpirale 65.000 Euro zur Verfügung. Nun überbringt symbolisch Ricus Kerckhoff vom Ortskuratorium Fränkische Stadtbaumeister der DSD am Montag, den 22. Juli 2019 um 10.00 Uhr an Denkmaleigentümer Daniel Xaver Votteler zur Erinnerung an die gelungene Restaurierung eine Bronzetafel mit dem Hinweis „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale“. So bleibt das Engagement der privaten Förderer der Stiftung und der Rentenlotterie von Lotto auch nach den Maßnahmen an vorbildlichen Projekten sichtbar und kann zu weiterer Unterstützung motivieren.

In direkter Nachbarschaft zu Kaiserburg und Dürerhaus liegt in der Nürnberger Altstadt die Obere Schmiedgasse. Das Haus mit der Nummer 54 mit seiner hohen Fassade und dem steilen Giebel von 1338 wurde unterhalb der Burg zum malerischen Tiergärtnertorplatz hin als Handwerkerhaus errichtet. Im gotischen Geschossständerbau sind trotz mehrfacher Eingriffe bedeutende erbauungszeitliche Konstruktionen erhalten geblieben. Seit Jahrhunderten ist das Gebäude in zwei Grundstücke geteilt. Beide Hälften wurden im Lauf der Zeit verschiedentlich verändert. Nummer 54 ist die Osthälfte des Gebäudes. Es wurde von 1479 bis 1950 als Bäckerei genutzt. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts errichtete man den massiven Sandsteinsüdgiebel.

Vor allem im Dachstuhl sind die mittelalterlichen Konstruktionen, die bei Profanbauwerken selten geworden sind, noch ungestört zu bewundern. Erbauungszeitliche Bohlenwände sind im zweiten Obergeschoss vollständig erhalten. Der südliche Raum diente Jahrhunderte lang als Hauptraum der bereits im 14. Jahrhundert abgeteilten Haushälfte. Von der bauzeitlichen Konstruktion der Stube haben sich bis heute Bohlen in der Stubennordwand erhalten. Auf den Bohlen findet sich eine Vielzahl von verschiedenen Farbgestaltungen. An der westlichen Stubenwand, die als Ersatz für die ursprüngliche Bohlenwand nachträglich in Holzfachwerk errichtet wurde, konnten mehrere polychrome Bemalungen festgestellt werden. Die älteste Fassung ist aus dem 16. Jahrhundert und zeigt in den einsehbaren Zonen eine Stadtlandschaft mit Figuren.

Nürnbergs ältestes Fachwerkhaus, das zu den viel fotografierten Postkartenmotiven gehört, ist eines der über 420 Projekte, die die private DSD dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Bayern fördern konnte.