14.12.2019 – Baden-Württemberg

Bronze für St. Cyriakus in Schwaigern

St. Cyriakus in Schwaigern © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Willinger

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St. Cyriakus in Schwaigern © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Willinger

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St. Cyriakus in Schwaigern, Wandmalereien © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Willinger

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Erinnerung an privates Engagement

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellte zunächst für die Dachdecker- und Zimmererarbeiten am Turm der St. Cyriakuskirche in Schwaigern im Landkreis Heilbronn, dann für die Konservierung der Wandmalereien vor zwei Jahren insgesamt über 50.000 Euro zur Verfügung. Nun überbringt am Montag, den 16. Dezember 2019 um 11.00 Uhr bei einem Pressetermin vor Ort Gisela Lasartzyk, Ortskuratorin Stuttgart der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), gemeinsam mit Christoph Grüber von Lotto Baden-Württemberg an Pfarrer Martin Bulmann eine Bronzeplakette mit dem Hinweis „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale“. Die Plakette soll nach Abschluss gelungener Restaurierungsmaßnahmen die Unterstützung der privaten Förderer der DSD und der Rentenlotterie von Lotto in Erinnerung halten und zu weiterem Engagement ermuntern. Die St. Cyriakuskirche, die aufgrund ihrer qualitätvollen Wand- und Emporenmalereien ein Denkmal von überregionaler Bedeutung ist, ist eines der über 340 Objekte, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank Spenden und Mittel der Lotterie GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Baden-Württemberg fördern konnte.

Im Ortskern von Niederhofen, einem Ortsteil von Schwaigern, befindet sich die evangelische Pfarrkirche St. Cyriakus. Um 1073 erbaut, wurde die Kirche in der Folgezeit mehrfach verändert. Der Dachstuhl des Langhauses lässt sich dendrochronologisch auf das Jahr 1346 datieren, die Malereien sind stilistisch ebenfalls dem 14. Jahrhundert zuzuordnen. 1434 erfolgte ein Umbau, bei dem der spätgotische Chor angebaut und die Kirche im Inneren ausgemalt wurde. So schmücken Malereien auch die Nord- und Westempore. 1774 erhielt die Kirche ihre heutige Gestalt, dabei veränderte man den Innenraum durch eine Erweiterung nach Norden.

Im Laufe der Zeit waren an dem Gebäude zahlreiche Schäden aufgetreten. Die Dachdeckungen waren undicht, Feuchtigkeitsschäden und Anobienbefall gab es in den Dach- und Fachwerkkonstruktionen, der Dachstuhl hatte sich verformt, der Chorbogen wies etliche Risse auf wie auch das Mauerwerk. Hinzu kam aufsteigende Feuchtigkeit und Verwitterungen am Westgiebel, am Chor zu harter Fugenmörtel, Risse und Hohlstellen im Innenputz im Bereich der Malereien. Die Secco-Malereien im Chorgewölbe hatten sich fast vollständig vom Putzgrund gelöst, sodass eine klassische Trockenreinigung der Verschmutzungen nicht möglich war. Die Restaurierung der Gewölbe- und Wandmalereien wurde mit einem sehr guten Ergebnis fertiggestellt. Durch zurückhaltende Strahler sind die Malereien nun dezent in Szene gesetzt.

Die besondere Herausforderung der Innenrenovierung bestand darin, die Nutzungsanforderungen der Gemeinde zu integrieren, was sehr gut gelang.