11.06.2019 – Nordrhein-Westfalen

Bronze für St. Reinoldi in Dortmund

St. Reinoldi in Dortmund © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schröder

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St. Reinoldi in Dortmund © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schröder

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Vorbildlich vorbereitet und qualitätvoll ausgeführt

Für die Fassadenrestaurierung an der Apsis der St. Reinoldikirche in Dortmund stellte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) vor zwei Jahren 260.000 Euro zur Verfügung. Nun überbringt Karin Lehmann vom Ortskuratorium Dortmund der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) bei einem Pressetermin vor Ort am Mittwoch, den 12. Juni 2019 um 12.30 Uhr an Pfarrer Michael Küstermann eine Bronzetafel mit dem Hinweis „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale“. Dadurch soll das Engagement der privaten Förderer der DSD und der Rentenlotterie von Lotto auch nach Abschluss der Maßnahmen an vorbildlichen Projekten in Erinnerung bleiben und zu weiterer Unterstützung motivieren. Die älteste Dortmunder Innenstadtkirche gehört zu den über 460 Projekten, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel von WestLotto aus der Lotterie GlücksSpirale allein in Nordrhein-Westfalen fördern konnte.

St. Reinoldi, die als Hauptkirche und Wahrzeichen der Stadt gilt, steht zentral im historischen Zentrum Dortmunds. Nach schweren Schäden im Zweiten Weltkrieg wurde sie bis 1956 wiederaufgebaut. Den Turmabschluss erneuerte Herwarth Schulte mit modernen Details. Die um 1250 begonnene frühgotische, dreischiffige Basilika mit spätromanischem Querhaus und spätgotischem Chor hat einen barocken Turm mit Kuppelhaube und Laterne im Westen. Die Sakristei baute man 1446 nördlich des Chors an. Die Außenhülle prägt das Bruchsteinmauerwerk mit Strebepfeilern und großen Maßwerkfenstern, die weit in den Obergaden hineinreichen. Der aufwendig gestaltete, zwischen 1421 und 1450 von Meister Roseer gebaute, gotische Saalchor, der höher ist als das Langhaus, ist großzügig verziert. Erwähnenswert im Inneren sind der flämische Flügelretabel des Hochaltars, das Sakramentshaus, ein steinernes Reliquiengehäuse, das zweireihige Chorgestühl, das Adlerpult aus Messing, die alle aus dem beginnenden oder der Mitte des 15. Jahrhunderts stammen und die Holzskulptur des Namenspatrons aus dem frühen 14. Jahrhundert.

Starke Steinschäden waren an der sandsteinernen Bauzier und am Mauerwerk aufgetreten. Es hatten sich Schollen gebildet, Steinteile brachen aus und Krabben stürzten ab. Einige Kreuzblumen fielen herab. Die Steinplatten, die nur mit Mörtel vor die Außenwände aufgebracht worden sind, lösten sich. Die Schutzverglasung für die Fenster des Künstlers Stockhausen wurden in den 1950er Jahren ohne Hinterlüftung eingebaut, was zur Glaskorrosion führte. Durch undichte Schieferdeckung konnte schließlich Nässe in den Dachraum eindringen. Die Arbeiten waren dringend, um die gefährdete Originalsubstanz zu retten und wurden vorbildlich vorbereitet und denkmalpflegerisch in sehr hoher Qualität ausgeführt.