15.12.2015 – Schleswig-Holstein

Bronzeplakette zur Erinnerung an private Förderer und GlücksSpirale an Wollspinnerei in Bad Segeberg

Wollverarbeitung wie ehedem

Für die Zimmerer- und Dachdeckerarbeiten am Gebäude der ehemaligen Wollspinnerei Blunck in Bad Segeberg stellte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) 2011 einen Förderbetrag in Höhe von 30.000 Euro zur Verfügung. Nun überbringt Winfried Rusch, Ortskurator Kiel der DSD, am Donnerstag, den 17. Dezember 2015 um 10.00 Uhr eine Bronzetafel an Karen Biguß, die erste Vorsitzende des Fördervereins Wollspinnerei Blunck e.V. Durch den Hinweis "Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale" bleibt das Engagement der privaten Förderer der Stiftung und der GlücksSpirale auch nach den Maßnahmen an vorbildlichen Projekten sichtbar und kann zu weiterer Unterstützung motivieren.

ehemalige Wollspinnerei Blunck in Bad Segeberg © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Roland Rossner

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ehemalige Wollspinnerei Blunck in Bad Segeberg © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Roland Rossner

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ehemalige Wollspinnerei Blunck in Bad Segeberg © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Roland Rossner

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Die Wollspinnerei wurde 1852 mitten in der historischen Innenstadt Bad Segebergs an der Kurhausstraße von Joachim Christian Blunck gegründet. Damals befanden sich auf dem Grundstück zwei Vorderhäuser und ein einfaches Fachwerk-Nebengebäude aus der Zeit um 1800. Die Gebäude mussten stets den technischen Neuerungen und sich ändernden organisatorischen Anforderungen angepasst werden. Der Standard war stets einfach und ausschließlich nutzungsorientiert. Anfangs wurden die Maschinen noch mit Pferde-Göpel betrieben. Später rüstete man auf eine Dampfmaschine um, die heute mit Koks betrieben und für Heizung und Trocknung eingesetzt wird. Die für den Antrieb der Maschinen später eingesetzten Dieselmotoren wurden später durch Elektromotoren ersetzt.

Weil der Betrieb nicht mehr wirtschaftlich arbeiten kann, wurde 2009 ein Förderverein gegründet, um den noch produzierenden Betrieb mit seiner städtebaulichen, sozial- und industriegeschichtlichen Bedeutung zu erhalten. Verarbeitet wird weiterhin Wolle aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Im Gebrauch sind weiterhin ausnahmslos historische Maschinen, die 80 Jahre und älter sind und über Transmission betrieben werden. Die gesamte Wollverarbeitung kann dabei nachvollzogen werden, von der Wollwäsche und -trocknung über die Verarbeitung zu feinem Flor im Krempelwolf bis hin zum Spinnen und Zwirnen. Anschließend wird gefärbt oder gebleicht. Früher wurden auch Tuche gewebt, doch kam dieser Zweig nach dem Zweiten Weltkrieg bereits zum Erliegen. Heute wird die Bluncksche Wolle von Handwebereien und Handstrickereien bzw. zum Filzen angefragt.

Die Wollspinnerei Blunck gehört zu den über 170 Projekten, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Schleswig-Holstein fördern konnte.