01.08.2016 – Hessen

Bronzetafel in der Kirche St. Valentinus und St. Dionysius in Kiedrich erinnert an DSD-Spender und GlücksSpirale

Eine Kirche für ein Kopfreliquiar

Kurzfassung: An der Restaurierung der Kirche St. Valentinus und St. Dionysius in Kiedrich in den vergangenen Jahren beteiligte sich dank der Lotterie GlücksSpirale, deren Destinatärin sie ist, auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) mit insgesamt rund 200.000 Euro. Nun übergab am 1. August 2016 um 12.00 Uhr vor Ort Dr. Wolfgang Illert, Vorstand der DSD, gemeinsam mit Andreas Marx von Lotto Hessen, an Paul Beiler von der Katholischen Kirchengemeinde St. Valentinus zur Erinnerung an die gelungene Restaurierung eine Bronzetafel mit dem Hinweis „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale“. Dadurch bleibt das Engagement der privaten Förderer der Stiftung und der Rentenlotterie von Lotto auch nach den Maßnahmen an vorbildlichen Projekten sichtbar und kann zu weiterer Unterstützung motivieren. Das Gotteshaus ist eines von über 170 Projekten, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden und Mittel der Lotterie GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Hessen fördern konnte.

St. Valentiuns und St. Dionysius in Kiedrich, Tympanon © Roland Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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St. Valentiuns und St. Dionysius in Kiedrich © Roland Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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Kirche St. Valentinus und St. Dionysius

St. Valentiuns und St. Dionysius in Kiedrich, Altar © Roland Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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Langfassung: Die Schäden an der katholischen Kirche St. Valentinus und St. Dionysius in Kiedrich im Rheingau-Taunus-Kreis waren eigentlich nicht ungewöhnlich. Verschmutzungen der Oberflächen, Feuchteschäden, damit einhergehend Salzausblühungen, Abplatzungen und Rissbildungen, schließlich ausgedünnte Malschichten. Aber es war notwendig, das Gotteshaus grundlegend zu sanieren. Für die Maßnahmen stellte auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) nicht zuletzt dank der Lotterie GlücksSpirale, deren Destinatärin sie ist, Mittel zur Verfügung. Rund 200.000 Euro halfen bei der Sanierung der Raumschale, der Fensterlaibungen und des Maßwerks, des Lettners, der Emporenbrüstungen, des Zelebrationsaltars, der Mensa, des Hochaltars und mehrerer Seitenaltäre. Zur Erinnerung an die gelungene Restaurierung überbrachten nun Dr. Wolfgang Illert, Vorstand der DSD, und Andreas Marx, Bezirksleiter von Lotto Hessen, am Montag, den 1. August 2016 um 12.00 Uhr vor Ort an Paul Beiler von der Katholischen Kirchengemeinde St. Valentinus eine Bronzetafel mit dem Hinweis „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale“. Dadurch bleibt das Engagement der privaten Förderer der Stiftung und der Rentenlotterie von Lotto auch nach den Maßnahmen an vorbildlichen Projekten sichtbar und kann zu weiterer Unterstützung motivieren.

Im Rheingau liegt am Südhang des Taunus der Ort Kiedrich, der erstmals in einer Urkunde des Erzbistums Mainz im 10. Jahrhundert erwähnt wird. Das Ortszentrum dominiert die mittelalterliche Valentinus und Dionysius-Kirche. Zwischen 1330 und 1380 erbaute die Gemeinde eine dreischiffige, niedrig gewölbte Hallenkirche als würdige Aufbewahrungsstätte für das Kopfreliquiar des heiligen Valentinus. Um 1410 kam der viergeschossige Turm über dem westlichen Mittelschiff hinzu. In diese Zeit fiel auch der Umbau der Westportalanlage. Gegen Ende des Jahrhunderts erweiterte man den Chor, danach vergrößerte man das Mittelschiff und stockte die Seitenschiffe auf. Neben einer Vielzahl von Altären, Gemälden und Statuen sind das Chorgestühl von 1490 sowie ein spätgotisches Laiengestühl von 1510 überkommen.

Der Erhalt dieser die Bedeutung der Wallfahrtskirche widerspiegelnden Ausstattung ist dem Engagement des englischen Mäzen Baronet Sir John Sutton zu verdanken. Dieser initiierte zwischen 1857 und 1876 eine Regotisierung des Kircheninneren. Damals wurde auch das verlorengegangene Schmuckwerk der Orgel rekonstruiert und die Raumhülle restauriert. Der Lettner und das Sakralhäuschen wurden unter Verwendung mittelalterlicher Originalteile wiederaufgebaut. Sutton trug weitere mittelalterliche Ausstattungsstücke hinzu. In der zugehörigen Totenkapelle St. Michael befindet sich eine lebensgroße, von sieben Engelsköpfen getragene doppelte Mondsichelmadonna aus der Zeit um 1520. Der Aufsatz, ein siebenarmiger Kronleuchter aus dem Jahr 1512, gilt als Meisterwerk spätgotischer Schmiedekunst.

Die katholische Kirche St. Valentinus und St. Dionysius ist eines von über 170 Projekten, die die private Denkmalschutz-Stiftung in Bonn seit ihrer Gründung 1985 dank privater Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Hessen fördern konnte.