26.07.2018 – Saarland

Christuskirche in Blieskastel-Mimbach feiert Ende der Restaurierungsarbeiten

Christuskirche in Blieskastel-Mimbach, Innenraum mit Orgelempore © M.-L. Preiss/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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Christuskirche in Blieskastel-Mimbach © M.-L. Preiss/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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Christuskirche in Blieskastel-Mimbach, Walcker-Orgel © M.-L. Preiss/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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Bedeutendster protestantischer Kirchenbau seiner Zeit in der Region

Am Sonntag, den 29. Juli 2018 um 14.00 Uhr feiert die Gemeinde der Christuskirche um Pfarrerin Ines Weiland-Weiser in Blieskastel-Mimbach die Wiederindienststellung des Dom des Bliestals genannten Kirchengebäudes. Die Predigt im Festgottesdienst hält Dekan Peter Butz aus Zweibrücken. Musikalisch gestalten den Gottesdienst der evangelische Kirchenchor Mimbach, ein Streicher- und Bläserensemble und an der renovierten Walcker-Orgel der Orgelbausachverständige Gero Kaleschke aus Speyer. Für die Restaurierung des Inneren und der Orgel der Christuskirche stellte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) 2015 und 2017 insgesamt rund 78.000 Euro zur Verfügung.

Die protestantische Christuskirche steht etwa zwei Kilometer südöstlich von Blieskastel im Ortskern von Mimbach im Bliesgau im heutigen saarländischen Saarpfalz-Kreis. Der flach gedeckte Saalbau mit vier Fensterachsen ist ein typisches Beispiel für eine calvinistisch-nüchterne Betsaalkirche. Sie wurde zwischen 1767 und 1769 erbaut und ersetzte den im Dreißigjährigen Krieg stark geschädigten Vorgängerbau. Der Chorturm aus dem 14. Jahrhundert an der östlichen Schmalseite wurde in den Bau integriert und durch einen Oberbau aufgestockt und mit einer Haube versehen. Der Zugang zur Kirche erfolgt heutzutage über ein Portal an der Südseite. Die von dem pfalz-zweibrückischen Landbaudirektor Phillipp Heinrich Hellermann konzipierte Kirche verfügt über 450 Sitzplätze.

Von der Ausstattung ist ein Renaissance-Epitaph aus dem ausgehenden 16. Jahrhundert hervorzuheben, insbesondere aber das von der Orgelbaufirma E. F. Walcker & Cie. Ludwigsburg 1860 gebaute Instrument auf der Westempore. Es ist die erste, vollständig nach dem Kegelladensystem erbaute Orgel im Saarland. Das Instrument verfügt über 16 Register, die auf zwei Manuale und ein Pedal verteilt sind. Der Spieltisch befindet sich seitlich am Orgelgehäuse.

Die Mimbacher Kirche gilt als die bedeutendste Anlage des protestantischen Kirchenbaus ihrer Zeit in der Region und als Zentrum der Kirchenmusik im Saarland. Sie gehört zu den über 40 Denkmalen, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein im Saarland fördern konnte.