03.08.2020 – Nordrhein-Westfalen

Dach der Fertigbau-Turnhalle in Dortmund-Brackel wird wiederhergestellt

Turnhalle in Dortmund-Brackel © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Gehrmann

Download

Turnhalle in Dortmund-Brackel © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Gehrmann

Download

Doecker-System erinnert an Weltkriegs-Lazarette

50.000 Euro stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank der Lotterie GlücksSpirale sowie zahlreicher Spenden für die Dachinstandsetzung der Turnhalle in der Hörderstraße in Dortmund-Brackel zur Verfügung. Konkret ist die Konstruktion zu reparieren, das Dach neu einzudecken und die Gauben wiederherzustellen. Auf diese Weise leistet die DSD ihren Beitrag zur Planungssicherheit für die Bauherren, ihre Architekten und hochqualifizierten Handwerksbetriebe, um diese wichtigen Arbeitsplätze erhalten zu helfen. Die Turnhalle gehört zu den über 470 Objekten, die die private DSD dank Spenden, den Erträgen ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel von WestLotto aus der Lotterie GlücksSpirale allein in Nordrhein-Westfalen fördern konnte.

1922 ließ die Stadt Dortmund für die Hindenburgschule in der Hörderstraße eine aus Holz bestehende Turnhalle von der Firma Christoph & Unmarck aus Niesky nach dem sogenannten Doecker-System als Fertigbau errichten. Elf Jahre zuvor war ein Prototyp dieses Gebäudes auf der Dresdner Hygieneausstellung vorgestellt worden. Der von 1828 bis 1904 lebende Rittmeister Johann Gerhard Clemens Doecker hatte das Patent für zerlegbare, transportable Militärbaracken entwickelt. Doecker-Hallen fanden insbesondere im Ersten Weltkrieg als Feldlazarette Verwendung.

Die hölzerne Halle hat eine Größe von 23,39 Metern mal 7,55 Meter. Die Wände sind den aus dem Barackenbau bekannten ähnlich, zweischalig mit Holzpaneelen in Nut- und Feder-Verbindung. Die hölzernen Träger und Binder des Daches erlauben ein stützenfreies Überspannen größerer Räume. Die sogenannten Hetzer-Träger wurden als Holzleimbau von der gleichnamigen Firma Otto Hetzer entwickelt.

Die Konstruktion der Halle besteht aus vier Holzbindern, auf denen die Dachpfetten aufliegen. Die Giebelwände bestehen aus einem Holzgerüst mit Wandverkleidungen. Die Dachdeckung besteht aus Teerpappe. Hochliegende, dreibahnige und hochrechteckige Sprossenfenster belichten den Innenraum. Der niedrige Anbau an der Nordseite dient als Eingangsbereich, er beherbergt die Umkleiden, Sanitäranlagen und das Lehrerzimmer.