09.11.2018 – Mecklenburg-Vorpommern

Dankgottesdienst zum Abschluss der Domsanierung in Greifswald

Dom St. Nikolai in Greifswald © Roland Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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Dom St. Nikolai in Greifswald © Roland Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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Dom St. Nikolai in Greifswald © Roland Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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Dom St. Nikolai in Greifswald © Marie-Luise Preiss/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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Universitäts- und Bischofskirche

Am Sonntag, den 11. November 2018 um 10.00 Uhr feiert die Domgemeinde St. Nikolai in Greifswald den Abschluss der fünfjährigen Domsanierung mit einem Festgottesdienst und einer kleinen Feier. An den Maßnahmen beteiligte sich auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) zwischen 2013 und 2016 mit insgesamt über 290.000 Euro. Der Dom gehört zu den über 530 Projekten, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel von Lotto aus der Lotterie GlücksSpirale allein in Mecklenburg-Vorpommern fördern konnte.

Der Dom St. Nikolai in Greifswald, dessen Chorabschlusswand zum Markt hin als prächtiger Schaugiebel gestaltet ist, ist ein Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung. Der mächtige Westturm mit seinen beinahe 100 Metern Höhe bestimmt als Wahrzeichen das Stadtbild der Hanse- und Universitätsstadt. Der Dom dient der Ernst-Moritz-Arndt-Universität als Universitätskirche und ist zugleich Bischofskirche des Sprengels. Die Kulturkirche liegt an der Europäischen Route der Backsteingotik.

Ende des 14. Jahrhunderts wurde die dreischiffige Backsteinhalle zu einer Basilika umgebaut. Dabei erneuerte man die Außenmauern mit eingezogenen Strebepfeilern und Einsatzkapellen und erweiterte das Bauwerk um dreieinhalb Joche nach Osten. Der neue Chor wurde 1411 erstmals erwähnt. Im letzten Viertel des 14. Jahrhunderts wurde das Turmmittelgeschoss errichtet. Der achteckige Aufsatz folgte im 15. Jahrhundert. 1515 und 1650 stürzte der Turmhelm ein.

Von 1824 bis 1833 erfolgte eine umfassende Restaurierung unter C. J. G. Giese im Sinn der romantischen Neugotik. Dabei führte Christian Friedrich, der Bruder des Malers Caspar David Friedrich, die Holzarbeiten aus. Der dreiseitige hölzerne Einbau im östlichen Chorjoch bewirkt eine optische Verkürzung des Mittelschiffs und erweckt den Eindruck eines Chorumgangs. Dadurch tritt die dominierende Wirkung des großen Ostfensters zurück. Von 1977 bis 1981 wurde die Kirche außensaniert, von 1982 bis 1989 der romantisch-klassizistische Innenraum mit einer Umgestaltung wiederhergestellt.

Den Außenbau des Langhauses vereinheitlichen die glatten Umfassungswände der seitenschiffhohen Einsatzkapellen und das durchlaufende Satteldach des niedrigen Obergadens. Langhaus und Chor sind nur am Sockel unterscheidbar. Das Mittelschiff des Chores ist durch die abgewalmten Seitenschiffdächer frei herausragend. In den Einsatzkapellen gibt es reiche Wandmalereien der Spätgotik, unter anderem mit Themen zur Passion.