30.09.2021 – Nordrhein-Westfalen

Das alte Südamerikahaus im Kölner Zoo wird eröffnet

Das alte Südamerikahaus im Kölner Zoo * Foto: Roland Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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Dschungelambiente hinter den Fassaden einer russisch-orthodoxen Kirche

Mit der Eröffnung des von nun an „Arnulf-und-Elizabeth-Reichert-Haus“ genannten ehemaligen Südamerikahauses am heutigen Donnerstag, den 30. September 2021 ist der Kölner Zoo um eine Attraktion reicher. An dem tropischen Tierparadies hatten sich für den kleinen Festakt die Zoo-Vorstände Professor Theo B. Pagel und Christopher Landsberg eingefunden sowie die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Professor Dr. Barbara Schock-Werner, Vizepräsidentin der Nordrhein-Westfalen-Stiftung, und Lutz Heitmüller, Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD). Die DSD hatte insgesamt 200.000 Euro für die Restaurierung der Türme und der Außenhülle des Denkmals im Kölner Zoo zur Verfügung gestellt.

Das Südamerikahaus zählt neben dem Antilopenhaus und der Direktorenvilla zu den ältesten Bauten aus der Gründungszeit des Zoos und ist prägender Bestandteil des Ensembles. Es gehört zu den über 500 Projekten, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel von WestLotto aus der Lotterie GlücksSpirale allein in Nordrhein-Westfalen fördern konnte.

Neben der 1860 im klassizistischen Stil erbauten Direktorenvilla, dem kurz darauf im maurischen Stil errichteten Giraffen- und Antilopenhaus, den als "Schweizer Blockhäuser" 1884 gestalteten Rinderhäusern, dem Seelöwenfelsen von 1887 und dem Affenfelsen von 1914 hat sich vom historischen Bestand nur das 1899 als Vogelhaus entworfene Südamerikahaus erhalten.

Das nördlich der Direktorenvilla gelegene, von Bäumen umsäumte Gebäude ist in seinen Formen einer russisch-orthodoxen Kirche nachempfunden. Der in Gelb und Weiß gehaltene Bau besteht aus einem Mittelschiff mit Apsis, zwei Seitenschiffen und vier flankierenden Ecktürmen auf quadratischen Grundrissen. Die beiden Nordtürme sind schlanker als die wuchtigeren Südtürme. Kielbogige Blendgiebel leiten zu achteckigen Turmaufbauten über, die im Norden als durchfensterte Tambours und im Süden massiv gestaltet sind. Gestreckte Kuppeln mit Laternen und bekrönenden Zwiebeldächern schließen die Türme ab. Lisenen und Bögen gliedern die Fassaden. Das äußere Erscheinungsbild hat sich weitgehend original erhalten. Der Innenraum und das Hauptdach sind aufgrund von Kriegsschäden in der Nachkriegszeit verändert worden.