03.07.2014 – Presse

Das Kurtheater in Bad Wildbad wird wiedereröffnet

Rossinis Reise nach Reims

Kurzfassung: Am 10. Juli 2014 um 19.00 Uhr eröffnet nach Abschluss der Restaurierungsmaßnahmen am Kurtheater in Bad Wildbad das Haus mit der konzertanten Aufführung der Festoper „Il viaggio a Reims“ von Gioachino Rossini unter der musikalischen Leitung von Antonino Fogliani. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat das Gebäude seit 2000 fünfmal gefördert und dank der Lotterie GlücksSpirale, deren Destinatär die Denkmalschutzstiftung seit 1991 ist, für Wiederherstellungsmaßnahmen insgesamt über 960.000 Euro zur Verfügung gestellt. Das 1865 privat als Sommertheater erbaute ehemalige königliche Kurtheater in Bad Wildbad gehört zu den über 250 Projekten, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Baden-Württemberg fördern konnte.

Kurtheater in Bad Wildbad © Dr. Eckhard Wegner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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Kurtheater in Bad Wildbad © Dr. Eckhard Wegner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz


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Langfassung: Am Donnerstag, den 10. Juli 2014 um 19.00 Uhr wird das ehemalige königliche Kurtheater in Bad Wildbad im Landkreis Calw mit der konzertanten Aufführung der Festoper „Il viaggio a Reims“ von Gioachino Rossini unter der musikalischen Leitung von Antonino Fogliani wiedereröffnet. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat für die jetzt endenden Restaurierungsmaßnahmen am Gebäude seit 2000 fünfmal Förderverträge abgeschlossen und dank der Lotterie GlücksSpirale, deren Destinatär die Denkmalschutzstiftung seit 1991 ist, für die Wiederherstellungsmaßnahmen insgesamt über 960.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Das ehemalige königliche Kurtheater in Bad Wildbad wurde 1865 als Sommertheater von privater Hand erbaut. 1869 ergänzte man die Eingangsseite des über einem Sandsteinsockel errichteten Fachwerkbaus um einen Vorbau. 1873 kaufte das Land das Theater und baute das Haus 1897/1898 nach Plänen von Albert von Berger um. Der bescheidene Bau wurde erweitert und repräsentativer umgestaltet, der Zuschauerraum verlängert, ein erhöhtes Bühnenhaus angebaut. Ein weiterer Anbau und die offene Terrasse an der Südseite folgten. Der Anbau ist mit einer überhöhten Loggia mit Rundbogenabschluss und Satteldach besonders betont.

Im Inneren des Hauptbaus erhöhte man die flache Decke bis zur Querzange der Dachkonstruktion. Dadurch ließ sich eine Galerie und eine Loge einbauen, die auf mit Stuck ummantelten Eisenstützen liegen. Den Innenraum mit seiner Ausstattung malte man im Rückgriff auf Renaissance- und Rokokoformen farbenprächtig aus. Im Gegensatz zum relativ bescheidenen Äußeren entfaltet sich im etwa 200 Personen fassenden langgestreckten Zuschauerraum die ganze neobarocke Pracht der Jahrhundertwende.

Die historische Bühnenmaschinerie von 1898 ist größtenteils noch erhalten und einsatzfähig. Das bis 1963 als Kurtheater genutzte und danach leerstehende Gebäude war wegen unterbliebener Bauunterhaltung bereits einsturzgefährdet. Die Fachwerkkonstruktion hatte der Hausschwamm befallen. Der 1987 gegründete überaus engagierte Förderverein "Kurtheater Wildbad e.V." setzte sich für die Wiederherstellung und Nutzung als Sommertheater und Veranstaltungsort ein. Sämtliche bauzeitlichen Ausstattungselemente wurden gesichert oder zwischengelagert oder vor Ort eingehaust. Nach der konstruktiven Sicherung im Fundamentbereich und an den aufgehenden Bauteilen wurde die Dachkonstruktion saniert und die vorhandene Deckung neu gelegt. Nach der Fassadensanierung und der Instandsetzung der äußeren Hülle von 2000 bis 2008 begannen die Restaurierungsarbeiten im Inneren. Für die äußere Farbgebung war es ein Glücksfall, dass ein Garagenanbau die Originalfassung vor Verwitterung geschützt hatte. Die Stiftung stellte ihre Mittel für die Innenrestaurierung des Bühnenturms, des Zuschauerraumes, des Foyers und der seitlichen Anbauten zur Verfügung.

Das Kurtheater in Bad Wildbad gehört zu den über 250 Projekten, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Baden-Württemberg fördern konnte.