30.06.2020 – Mecklenburg-Vorpommern

Der Große Saal im Gutshaus in Bülow wird restauriert

Wandgestaltung im Großen Saal des Gutshauses in Bülow © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

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Wandgestaltung im Großen Saal des Gutshauses in Bülow © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

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Supraporta im Gutshaus in Bülow © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

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Die Arbeit an den Pilastern, Supraporten und Raumtüren erfordert ein sorgfältiges Herangehen

An der Sanierung des Großen Saals im Gutshaus in Bülow beteiligt sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale, deren Destinatär die DSD ist, mit 20.000 Euro. Auf diese Weise leistet die private Denkmalschutzstiftung ihren Beitrag zur Planungssicherheit für die Bauherren, ihre Architekten und hochqualifizierten Handwerksbetriebe, um wichtige Arbeitsplätze erhalten zu helfen. Das Bülower Gutshaus gehört zu den über 550 Objekten, die die DSD dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Mecklenburg-Vorpommern fördern konnte.

Das Gutshaus Bülow wurde 1746 als zweigeschossiger Barockbau über den Kellern eines früheren Herrenhauses errichtet. Vom Bauherrn und seiner Frau zeugt das noch vorhandene Allianzwappen am Mittelrisalit über dem Eingangsportal. 1842 wurde es grundlegend im Stil eines italienischen Palazzo umgestaltet. Seitdem erheben sich vier markante Türme über den Gebäudeecken und ein Halbgeschoss über den beiden ursprünglichen Geschossen. Diese in Mecklenburg seltene und daher ungewohnte massive architektonische Optik soll angeblich von italienischen Bauleuten, die auch die Innenausstattung erneuerten, ausgeführt worden sein. Der Park wurde ursprünglich im französischen Stil angelegt und zu Beginn des 19. Jahrhunderts in einen englischen Landschaftspark umgewandelt.

Das Vestibül im Erdgeschoss ist an den Wänden und an der Decke mit einer Täfelung aus der Mitte des 19. Jahrhunderts versehen. Im ersten Obergeschoss liegt der barocke Festsaal, den Zwillingspilaster aus Stuckmarmor gliedern und bemalte Stuckreliefs mit ländlichen Motiven und Chinoiserien schmücken. Hier sind insbesondere die Stuckmarmorpilaster, Supraporten und Raumtüren zu restaurieren. Die Raumgestaltung stammt aus der Bauzeit um 1750 und zeigt figürliche Landschaftsszenen. Wände und Stuckaturen weisen mehrere Farbfassungen auf, auf den Pilastern befindet sich eine dünne Stuckmarmorschicht. Die Arbeit erfordert sorgfältiges und fachgerechtes Herangehen.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert die geplante Maßnahme nicht zuletzt deswegen, weil Säle wie der in Bülow in Mecklenburg-Vorpommern nicht mehr häufig anzutreffen sind. Die Restauratorin ist erfahren, die privaten Eigentümer, die von einem Förderverein unterstützt werden, legen auf die denkmalpflegerisch korrekte Sanierung großen Wert. Der Große Saal soll als Festsaal öffentlich für kulturelle Veranstaltungen zugänglich bleiben.