19.02.2019 – Hessen

Der Junkernhof in Calden-Meimbressen wurde restauriert

Junkernhof in Calden-Meimbressen © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schroeder

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Junkernhof in Calden-Meimbressen © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schroeder

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Junkernhof in Calden-Meimbressen © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Gehrmann

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Therapie für Stotterer

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützte 2015 und 2016 nicht zuletzt dank der Lotterie GlücksSpirale die Instandsetzung der Remise des Junkernhofs in Calden-Meimbressen im Landkreis Kassel mit insgesamt 130.000 Euro. Nun erreicht Denkmaleigentümer Dr. Alexander Wolff von Gudenberg in diesen Tagen eine Bronzetafel mit dem Hinweis „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale“. Die Tafel soll das Engagement der privaten Förderer der DSD und der Rentenlotterie von Lotto auch nach den Maßnahmen an vorbildlichen Projekten in Erinnerung halten und zu weiterer Unterstützung motivieren. Das mit allen Funktionsbauten erhaltene barocke Rittergut, bei dem noch die Reste einer älteren Wehranlage nachzuvollziehen sind, gehört zu den über 210 Projekten, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Hessen fördern konnte.

Der Junkernhof, der bereits seit dem 14. Jahrhundert Sitz der Herren Wolff von Gudenberg ist, entstand Mitte des 17. Jahrhunderts unter Einbeziehung der Grundmauern eines Vorgängerbaus. Das zweigeschossige Herrenhaus war zuvor ein bruchsteinernes Renaissancegebäude, dessen Rundbogenportal auf der Hofseite noch erhalten ist. Heute ist es eine Fachwerkkonstruktion. So weist das Obergeschoss ein regelmäßiges Fachwerkgefüge mit schlichten Eckstreben und kräftig profiliertem Rähm auf. Im Winkel erhebt sich ein Treppenturm auf einem Renaissancesockel. Der sich anschließende Fachwerkflügel stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts und besitzt hofseitig Fachwerkarkaden auf Ständern mit geschwungenen Kopfbändern. Im Bereich der sich anschließenden nördlichen Tordurchfahrt befindet sich ein kleiner steinerner Rundturm mit Schießscharten, der von der einstigen Wehranlage stammt. Im Winkel schließt sich ein langgezogener Wirtschaftstrakt an. Im Hofbereich besitzt er eine zweigeschossige Fachwerkansicht mit Stalltoren. Die Hofanlage ist ummauert.

Aufgrund langjährigen Leerstands des Stallflügels, der nur sporadisch genutzt wurde, entstanden Schäden an mehreren Bauteilen. Unter anderem waren das Bruchsteinmauerwerk und das Steingefüge betroffen, Wasser drang ein. Der stark verformten Fachwerkkonstruktion fehlte die Queraussteifung. Die Holzbalkendecken und der Dachstuhl waren konstruktiv geschädigt. Künftig sollen die Stallbauten zum Sitz eines Instituts für Präsenztherapie für Stotterer mit Teletherapie werden. Büroräume sind im ersten Obergeschoss vorgesehen, die Technik könnte in das Dachgeschoss einziehen.