07.12.2018 – Berlin , Schleswig-Holstein

Der mittelalterliche Lübsche Holzkeller in Berlin bekommt einen letzten Balken

Teilnehmer der Jugendbauhütte Lübeck bei der Arbeit am Lübschen Holzkeller in Berlin © Jugendbauhütte Lübeck

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Ausstellungsobjekt Lübscher Holzkeller im Gropiusbau in Berlin © Jugendbauhütte Lübeck

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Teilnehmer der Jugendbauhütte Lübeck bei der Arbeit am Lübschen Holzkeller in Berlin © Jugendbauhütte Lübeck

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Eichenbalken-Steckbauweise wie im 12. Jahrhundert

Am Mittwoch, den 12. Dezember 2018 um 15.00 Uhr legt die Jugendbauhütte Lübeck der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) in Trägerschaft der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd) bei einem Pressetermin im Martin-Gropiusbau Berlin in der Ausstellung „Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland“ den letzten Balken auf die Ständer-Rähm-Konstruktion eines Holzkellers, den die Jugendlichen des Freiwilligen Sozialen Jahres in der Denkmalpflege auf ihrer „lebendigen Baustelle“ in Zusammenarbeit mit der Abteilung Archäologie der Hansestadt Lübeck vor den Ausstellungsbesuchern in Originalgröße nach Befunden im Lübecker Gründungsviertel aus dem 12. Jahrhundert in den vergangenen Wochen nachgebaut haben.

Die aus der Stadtgründungszeit stammenden Bauelemente wurden von Archäologen rekonstruiert und von den Freiwilligen der Jugendbauhütte Lübeck in der Größe 6,30 Meter mal 4,60 Meter mal 2,40 Meter nachgebaut. Es wurde mit authentischen Werkzeugen und historischen Handwerkstechniken rekonstruiert. Neben einem von der Jugendbauhütte bereits für die Archäologie gefertigten Modell im Maßstab 1:10 wurde der „Lübsche Keller“ im Maßstab 1:1 für die Berliner Ausstellung als halbfertiger Keller mit Schwellenkranz, sechs Ständern, einem Rähm und Wandbohlen sowie mehreren Eichenstämmen aus Lübecker Wäldern zur Weiterbearbeitung in Berlin vorgefertigt. Den Lübschen Keller fand man während der Großgrabung auf der Lübecker Altstadtinsel von 2009 bis 2016 auf nahezu jedem Grundstück. Bauweise und Holzverbindungen unterschieden sich dabei nicht, nur die Größe der Keller. Die Holzkeller wurden als Stecksystem ohne zusätzliche Verbindungselemente aus dem Eichenholz der Stadtwälder gebaut. Der älteste konnte dendrochronologisch auf 1176 datiert werden.

Unterstützt wird das Keller-Projekt von der Lübecker Possehl-Stiftung und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien über das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres 2018. Von den Lübecker Jugendbauhüttlern wurde eigens für die Ausstellung im Gropiusbau ein zwölfminütiger Film zum Kellerprojekt gedreht, der um 15.45 Uhr gezeigt wird. Das Filmprojekt wurde vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein gefördert.

Die Ausstellung „Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland“ des Museums für Vor- und Frühgeschichte und des Verbandes der Landesarchäologen zeigt noch bis zum 6. Januar 2019 die spektakulärsten archäologischen Neufunde der vergangenen 20 Jahre von der Steinzeit bis ins 20. Jahrhundert.