27.07.2018 – Niedersachsen

Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert Prinzenpalais in Wolfenbüttel

Der Festsaal im Prinzenpalais in Wolfenbüttel mit seiner reichen Innenausstattung © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Zimpel

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Der Festsaal im Prinzenpalais in Wolfenbüttel © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Zimpel

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Das Prinzenpalais in Wolfenbüttel © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Zimpel

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„Klein, aber sehr bequem und sauber“

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellt in diesem Jahr für die Restaurierung des Festsaals im Obergeschoss des Prinzenpalais in Wolfenbüttel 30.000 Euro zur Verfügung. Der dazugehörige Fördervertrag erreicht Dr. Ulrich Thiele vom Verein Kulturinitiative TonArt e.V. in diesen Tagen.

Das Eckgebäude an der repräsentativen Reichsstraße von Wolfenbüttel gegenüber der Hauptkirche Beatae Maria Virginis wurde um 1590 erbaut und in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts für Wohnzwecke des Erbprinzen Carl I. und seiner Frau Philippine Charlotte umgebaut. Auch wenn das herzogliche Paar nur einige Monate hier verbrachte, fand es die frischvermählte preußische Königstochter zwar „sehr klein, aber sehr bequem und sauber".

Den Umbau des ehemaligen Hofbeamtenhauses aus dem Jahr 1603 hatte der herzogliche Hofbaumeister Hermann Korb 1722 begonnen. Es wurde seinerzeit um den barocken Anbau erweitert. 1744 wurde das Haus verkauft und wechselte mehrfach den Besitzer, bis es August Fink 1846 erwarb, der dort ein Bankhaus gründete. Bis in die 1990er Jahre blieb das Gebäude im Besitz der Familie.

2016 übernahmen Ulrich Thiele mit der Kulturinitiative TonArt e.V. das verputzte Fachwerkgebäude, dessen Fassadenbemalung einen Steinbau imitiert und dessen Inneres über eine barocke Treppenanlage erschlossen wird. Den Festsaal im ersten Obergeschoss prägt die reichhaltige klassizistische Ausstattung. Das Haus ist als kulturelles Zentrum für klassische und indische Musik in Wolfenbüttel etabliert und wird von über 1.000 Besuchern im Jahr aufgesucht.

Das Prinzenpalais wurde bereits statisch gesichert, die Dachdeckung erneuert und die Fenster saniert. Schäden gab es aber noch an den historischen Putzen, Bemalungen, Ornamenten, Stuckierungen und bildlichen Darstellungen. Nun steht die Überarbeitung der Raumfassung an. Obschon das Innere eine "wilde" Sammlung bauzeitlicher, barocker und klassizistischer Stile sowie improvisierter neuzeitlicher Reparaturen und Ergänzungen ist, sollen die vorhandenen Innenfassungen nicht vereinheitlicht, sondern restauratorisch bearbeitet und gefährdete Abschnitte gesichert werden.

Das Wolfenbütteler Prinzenpalais ist eines von über 390 Projekten, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Niedersachsen unterstützen konnte.