25.01.2017 – Bayern

Die Dreifaltigkeitskirche beim Heilig-Geist-Spital in Weilheim wird wiedereröffnet

Dreifaltigkeitskirche in Weilheim © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Wagner

Download

Dreifaltigkeitskirche in Weilheim © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Wagner

Download

Hauptwerk des Klassizismus

Am Samstag, den 28. Januar 2017 wird die Dreifaltigkeitskirche beim Heilig-Geist-Spital in Weilheim nach zweijähriger Renovierung und Restaurierung mit einem ökumenischen Abendlob um 17.00 Uhr wiedereröffnet. Musikalisch gestalten der Weilheimer Chorkreis und der Posaunenchor der Evangelischen Apostelkirche den Gottesdienst. Anschließend findet ein Empfang im Städtischen Bürgerheim statt. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz beteiligte sich an der umfassenden Wiederherstellung des Kleinods und stellte dank der Lotterie GlücksSpirale 2015 und 2016 für die Instandsetzung von Dach, Fassaden und Innenwänden insgesamt 80.000 Euro zur Verfügung.

Die Heilig-Geist-Spitalkirche liegt an der historischen Fernstraße nach München. Der exponierte klassizistische Bau entstand 1826/1827 unter Verwendung von Mauerteilen der kurz zuvor abgebrannten Vorgängerkirche des ehemaligen Franziskanerklosters aus dem Jahr 1640. Die Saalkirche besitzt zwei Glockentürme, denen man toskanische Säulen vorgesetzt hat. Der vorgelagerte Säulen-Portikus wurde überwiegend aus Naturstein und Ziegeln gemauert. Die Westfassade schmückt ein flacher Dreiecksgiebel. Nördlich an das Hauptschiff wurde die Sakristei angefügt. Der einschiffige Innenraum ist langgestreckt und tonnengewölbt. Die vier Joche trennen rosettenbesetzte Gurtbögen. Erwähnenswert sind das erweiterte Presbyterium, das Deckengemälde und die Stuckmarmoraltäre, die zum Teil noch ältere Altarblätter bewahrt haben. Der Bau zählt zu den Hauptwerken dieses klassizistischen Bautypus in Bayern.

Sichtbare Fassadenschäden, ein fäulnis- und pilzgeschädigtes Hauptdach und statisch mangelhafte Dachwerke waren nur die besorgniserregendsten Schäden an der Kirche. Die Mauerkronen kippten nach außen, und der Zerrbalken senkte sich auf den Gewölbescheitel ab. Neben einer neuen Dachdeckung und Dachentwässerung wurde in der Sanierungsphase auch das Dachtragwerk statisch nachgebessert. Ferner wurden die Längsfassaden zugfest miteinander verbunden. Danach wurde die Raumschale gereinigt und kleinere Schäden repariert. Die Spitalkirche ist eines von über 360 Projekten, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel der Lotterie GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, bisher allein in Bayern fördern konnte.