05.11.2016 – Niedersachsen

Die Kirche Beatae Mariae Virginis in Wolfenbüttel wird erneut gefördert

Detail der Fassade der Wolfenbütteler Hauptkirche Beatae Mariae Virginis © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Liebeskind

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Innenraum der Wolfenbütteler Hauptkirche Beatae Mariae Virginis © ML.Preiss/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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Die Hauptkirche Beatae Mariae Virginis in Wolfenbüttel © Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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Treue und Beständigkeit

Seit 2001 gehört die Wolfenbütteler Hauptkirche Beatae Mariae Virginis zu den Förderprojekten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD). Nun stellt die Bonner Denkmalschutzstiftung weitere Mittel für die Restaurierung der Ziergiebel an der Südseite zur Verfügung.

Martina Wolff vom Ortskuratorium Hannover der DSD überbringt den dazugehörigen symbolischen Fördervertrag in Höhe von 31.865 Euro gemeinsam mit Herbert John von Lotto Niedersachsen am Dienstag, den 8. November 2016 um 15.00 Uhr bei einem Pressetermin vor Ort an Propst Dr. Dieter Schultz-Seitz. Die Förderung wurde möglich dank der Lotterie GlücksSpirale und mehrerer zweckgebundenen Spenden.

Der Bau der evangelischen Hauptkirche Beatae Mariae Virginis in Wolfenbüttel entstand an der Stelle einer bereits 1301 erstmals erwähnten Marienkapelle. Der Bau einer Gemeinde- und repräsentativen Hofkirche, die auch die Gruft des Fürstenhauses barg, begann 1608 mit der Anlage des Pfahlrostfundamentes. Maßgeblicher Baumeister war Paul Francke. Unter seiner Bauaufsicht wurden die gewölbten Ostteile, die Nordwand und Teile der Westwand sowie die südliche Außenmauer der dreischiffig angelegten Hallenkirche vollendet. Die Kirche ist in Sandsteinquadern errichtet, die reiche Bauzier aus Muschelkalkstein stammt aus dem nahen Elm.

Unter Franckes Nachfolgern in der Bauleitung, Johann Meier und Johann Langenlüddeke, entstanden bis 1616 die Westfront mit dem Turm, die Langhausstützen und bis 1620 die Gewölbe. 1626 war das Bauwerk bereits im Wesentlichen fertig ausgestattet. Abgeschlossen wurden die Arbeiten wohl erst nach dem Dreißigjährigen Krieg 1660.

Der von kräftigen Strebepfeilern gegliederte Außenbau mit hohen, spitzbogigen Maßwerkfenstern und Giebelreihen an den Längsseiten verbindet die Erinnerung an Braunschweiger Pfarrkirchen mit vorzüglicher manieristischer Detailbehandlung. Das Maßwerk der dreibahnigen Fenster ist in kräftigen vegetabilen Formen gestaltet. Die Zwerchgiebel, mit Säulen gegliedert und reich ornamentiert, gehen in der üppigen Anwendung des Knorpelwerkes über den Entwurf Franckes hinaus.

Die Beatae Mariae Virginis-Kirche ist eines von über 340 Objekten, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Niedersachsen fördern konnte.