21.04.2017 – Nordrhein-Westfalen

Die Kirche St. Nikolaus und St. Medardus in Brauweiler erhält Besuch vom Ortskuratorium Köln

St. Nikolaus und St. Medardus in Pulheim-Brauweiler © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Gehrmann

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St. Nikolaus und St. Medardus in Pulheim-Brauweiler © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Gehrmann

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Ein Prachtstück an Kirche

Um sich einen Eindruck von den Restaurierungsarbeiten an der Kirche St. Nikolaus und St. Medardus in Pulheim-Brauweiler zu verschaffen, für deren Dachsanierung die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) im vergangenen Jahr 200.000 Euro zur Verfügung gestellt hat, besucht am Dienstag, den 25. April 2017 um 16.00 Uhr Ursula Jacobs-Eckardt vom Ortskuratorium Köln der DSD gemeinsam mit Jörg Lehmann von WestLotto bei einem Presse- und Fototermin vor Ort Pastor Peter N. Cryan.

Die ehemalige, weithin sichtbare Benediktinerabtei Brauweiler am heutigen Rand des Ortes wurde 1024 von dem lothringischen Pfalzgrafen Ehrenfried gegründet, der hier dreißig Jahre zuvor die Tochter Kaiser Ottos II. und der Kaiserin Theophanu geheiratet hatte. Vom Papst erhielt die Abtei die Reliquien des hl. Nikolaus. 1028 weihte Erzbischof Pilgrim Kirche und Kloster zu Ehren der Heiligen Nikolaus und Medardus. Mit der Säkularisation 1802 wurde die Abtei- zur Pfarrkirche, das Kloster zum Depot. Seit 1980 sind die Abteibauten Sitz des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege.

Die dreischiffige Basilika entstand zwischen 1136 und etwa 1220 in zwei größeren Bauabschnitten. Dominant ist bis heute die ab 1136 errichtete Dreiturmgruppe im Westen, die durch eine 1780 angebaute Vorhalle im unteren Bereich verdeckt wird. Den quadratischen, fünfgeschossigen Mittelturm flankieren zwei quadratische, siebengeschossige Treppentürme. Rundbogenblenden und -friese, Lisenen, Säulen, Pilaster und gekuppelte Klangarkaden gliedern die Fassaden. Der Mittelturm endet über einer spätgotischen Galerie mit einem hohen, verschieferten Spitzhelm.

Die qualitätvolle Innenausstattung der Kirche mit ihren wertvollen Altären, Andachtsfiguren, Hochgräbern der Stifter und Äbte geben dem Bau gemeinsam mit der barocken Orgel, dem Chorgestühl, den Beichtstühlen und Bildern aus dieser Zeit, seine besondere kunsthistorische Bedeutung. Die Westorgel mit dem Barockprospekt wurde 1715 und zuletzt in den 1960er Jahren umgebaut. Die im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstörten Fenster ersetzen heute Glasmalereien von Franz Pauli.

Die Kirche St. Nikolaus und St. Medardus, deren engagierte Gemeinde durch vielfältige Aktionen die Eigenmittel aufzubringen versucht, ist eines der über 410 Projekte, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden und Mittel von WestLotto aus der Lotterie GlücksSpirale allein in Nordrhein-Westfalen fördern konnte.