09.05.2019 – Niedersachsen

DSD fördert Altes Amtsgericht in Uslar

Altes Amtsgericht in Uslar © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Bolz

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Die reichhaltige Ansammlung historischer Fenster ist einmalig und unbedingt erhaltenswert

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellt für die Restaurierung der historischen Fenster im Alten Amtsgericht in Uslar dank der Lotterie GlücksSpirale 45.000 Euro zur Verfügung. Der dazugehörige Fördervertrag erreicht Bürgermeister Torsten Bauer in diesen Tagen. Das Gebäude ist eines der über 400 Projekte, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Niedersachsen gefördert hat.

Das 1888 errichtete ehemalige Amtsgericht, das heute noch als städtischer Verwaltungsbau dient, hat in hoher Zahl seine Fenster aus der Bauzeit bewahrt. Dabei ist kaum eines der Fenster wie das andere, für jede Situation wurde eine etwas andere Lösung entwickelt, sodass sich ein vielfältiger Bestand erhalten hat. Je nach Raumnutzung wurden Kastenfenster oder einfache Fenster verbaut, teils ist die Öffnung nach außen, teils nach innen ausgerichtet. Auch wurden teilweise Espagnoletten, teilweise Treibriegel als Verschlüsse verbaut. Das historische, leicht unebene Glas ist an vielen Stellen noch erkennbar. Ertüchtigungen des 20. Jahrhunderts haben dazu beigetragen, den Bestand zu erhalten. Wolfrachenprofile sorgen dafür, dass sich Flügel und Rahmen beim Schließen dicht ziehen, und die Schlagleisten sind teilweise mit kleinen Konsolen und Rauten verziert. Diese Fenster sollen nun restauriert werden. Ein derart reichhaltiges Konvolut von Fenstern des 19. Jahrhunderts ist überaus selten und fraglos erhaltenswert.

Das ehemalige Amtsgericht steht repräsentativ am Rand des historischen Kerns der Fachwerk- und Sollingstadt Uslar, zwischen Johanniskirche und Schlosspark. Das Gebäude, das noch bis 1974 als Amtsgericht diente, erhielt 1954 einen nördlichen Anbau. Das Denkmal weist zum Graftplatz eine symmetrische, zweistöckige Putzfassade mit Sandsteingliederung auf, die sich über einem Sockel mit Zyklopenmauerwerk erhebt. Ein breiter Mittelrisalit springt weit vor und wird durch ein traufständiges Ziegeldach abgeschlossen. Eckquaderungen, ein geschossteilendes Gesims und ein Traufgesims mit Konsolen sowie die Fensterfaschen sind aus rötlichem Sandstein gearbeitet und kontrastieren mit den hellen Putzflächen.

Der zentrale Zugang ist durch einen schlichten Dreiecksgiebel betont. Die dem Wetter stärker ausgesetzte Westfassade zum Schlosspark hin ist ähnlich gegliedert, weist aber keine Putzflächen, sondern flächendeckendes Zyklopenmauerwerk ohne einheitliche Lagerfugen auf. Im Inneren erwartet den Besucher ein prächtiges Treppenhaus mit spitzbogigen Gewölben, die von Kompositsäulen getragen werden. Das schmiedeeiserne Geländer zeigt florale Schmuckformen.