16.06.2020 – Nordrhein-Westfalen

DSD fördert Altes Pastorat in Stolberg

Altes Pastorat in Stolberg © Dr. Ulrich Neumann/Wahlheim

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Dach des Alten Pastorats in Stolberg © Dr. Ulrich Neumann/Wahlheim

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Dach des Alten Pastorats in Stolberg © Dr. Ulrich Neumann/Wahlheim

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Ein Bauwerk erinnert an Glaubensfreiheit und regionales Wirtschaftswachstum

Für die Instandsetzungsarbeiten am Dach des Alten Pastorats in Stolberg-Zweifall stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) in diesem Jahr dank der Lotterie GlücksSpirale und zahlreicher Spenden 65.250 Euro zur Verfügung. Auf diese Weise leistet die DSD ihren Beitrag zur Planungssicherheit für die Bauherren, ihre Architekten und hochqualifizierten Handwerksbetriebe, um diese wichtigen Arbeitsplätze erhalten zu helfen. Das im Zentrum von Zweifall stehende älteste Gebäude des Ortes gehört zu den über 470 Objekten, die die private DSD dank Spenden, den Erträgen ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel von WestLotto aus der Lotterie GlücksSpirale allein in Nordrhein-Westfalen fördern konnte.

Die Region um Stolberg besaß früher eine florierende Wirtschaft in den Bereichen Tuch- und Metallverarbeitung. Um qualifizierte Arbeiter anzuwerben, wurde – anders als im benachbarten Aachen – Glaubensfreiheit gewährt. So gründete sich Ende des 16. Jahrhunderts die protestantische Gemeinde, deren altes Pastorat vermutlich um 1650 als Reitmeisterwohnung errichtet und zu Beginn der 1660er Jahre von der lutherischen Gemeinde als Pfarrerwohnung mit Betraum gekauft wurde.

Die steigende Zahl der Gemeindemitglieder führte dazu, dass die Gemeinde das Recht auf Kirchenbau zugestanden erhielt. 1683 baute man direkt an der Westwand des Pastorates eine 20 Meter lange Bruchsteinkirche mit Bauzier aus Natursteinen und einem Dachturm. Bis 1883 diente das Pastorat noch als Pfarrerswohnung, seither wird es für Gemeindezwecke genutzt.

Der zweigeschossige, aus Bruchstein errichtete, teilunterkellerte Bau erhebt sich auf längsrechteckigem Grundriss. Die unterschiedlich großen Fenster stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Sie werden von Blausteingewänden gerahmt und wurden teilweise als Kreuzstockfenster gearbeitet. Die Giebelwand zur Kirche ist ein Fachwerk.

Der einflügelige, von breiten Blausteingewänden und Pilastern gerahmte Eingang liegt auf der Südseite. Ein von Blausteinen gerahmtes Oberlicht mit einem gemauerten Stichbogen bekrönt die Tür. Die von breiten Blausteingewänden gerahmten Fenster stammen im Erdgeschoss aus dem 18. und im Obergeschoss sowie im Giebeldreieck aus dem 17. Jahrhundert. Im Giebeldreieck befindet sich eine korbbogige Speichertür, die von Blausteingewänden und kleinen quadratischen Fenstern gerahmt wird. Ein Satteldach mit liegendem Eichendachstuhl, vier Bindertragwerken und originaler Eichenschalung deckt den Bau, der Ende des 18. Jahrhunderts umgebaut wurde. Im Innenraum haben sich im Erdgeschoss eine Kölner Decke sowie ein Teilkeller mit Ziegelsteinboden erhalten.