02.12.2019 – Nordrhein-Westfalen

DSD fördert das Essener Waisenhaus der Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung

Ehemaliges Waisenhaus in Essen © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schroeder

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Ehemaliges Waisenhaus in Essen © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schroeder

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250 Jahre soziales Wirken

Am Mittwoch, den 4. Dezember 2019 um 16.00 Uhr feiert Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck in der Kapelle der Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung in Essen-Steele einen Dankgottesdienst anlässlich des 250-jährigen Bestehens der Stiftung. Im Anschluss findet der Festakt im Saal des neuen Stiftungshauses statt. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellte dank der Lotterie GlücksSpirale im vergangenen Jahr für Restaurierungsmaßnahmen in der Kapelle des ehemaligen Waisenhauses der Stiftung 60.000 Euro zur Verfügung. Das Bauwerk gehört zu den über 460 Projekten, die die private DSD dank Spenden und Mittel von WestLotto aus der Lotterie GlücksSpirale allein in Nordrhein-Westfalen fördern konnte.

Einst vor den Toren des Essener Stadtteils Steele gelegen, liegen die Gebäude der Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung inmitten von Grünanlagen. Franziska Christine von Pfalz-Sulzbach, Fürstäbtissin des Reichsstiftes Essen, gründete 1764 aus ihren Privatmitteln eine Stiftung für ein katholisches Waisenhaus. Die Anlage diente zeitweilig auch als Residenz der Fürstäbtissin und als Missionsniederlassung der Jesuiten. Die Stiftung bietet auch heute differenzierte Hilfsangebote und Unterkunft für Kinder und Jugendliche an. Seit etwa 40 Jahren kümmert sie sich auch in Seniorenwohnungen und einem Altenpflegeheim um ältere Menschen.

Das von 1765 bis 1769 erbaute, aus Bruchstein errichtete, symmetrische, dreigeschossige Ensemble erstreckt sich entlang der Steeler Straße. Die beiden Wohnflügel werden an den Enden von pavillonartig vorspringenden Risaliten abgeschlossen. Sie öffnen sich hufeisenförmig zur Gartenseite hin, wo sie mit späteren Bauten einen Innenhof umschließen. Die nur straßen­seitig verputzten Wohnflügel werden von Hochrechteckfenstern mit Natur­steingewänden gerahmt und flankieren die mittig gelegene, aus der Flucht vorspringende, der Unbefleckten Empfängnis Mariens geweihte Kapelle, die 1770 vollendet wurde. Hohe schmale Rundbogenfenster und Natursteinpila­ster flankieren das von Naturstein gerahmte Portal, das das Wappen der Stifterin zeigt. Über einem Rundfenster und mehrfach profilierten Gesimsen schließt ein hoher Schweifgiebel mit einem herauswachsenden Turm mit Schweifhauben, Laterne und hoher Turmbekrönung die Kapellenfront ab.

Im Kapelleninneren mit seiner vorgelagerten Orgelempore und dem erhöhten Altarraum hat sich die Rokoko-Ausstattung mit drei Altären, Beichtstühlen und Orgelgehäuse erhalten. Der Marmorsockel, die Kanzel und die Turm­gitter sind neobarock. Die Kapelle dient auch als Grablege der Fürstäbtissin, die in einer Gruft unter der Kapelle bestattet ist. Ihre Grabplatte liegt im Mittelgang.