10.12.2020 – Nordrhein-Westfalen

DSD fördert das Wohnhaus Markt 4 in Warendorf

Giebel des Wohnhauses Markt 4 in Warendorf © Peter Kroos, Dortmund

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Wohnhaus Markt 4 in Warendorf © Peter Kroos, Dortmund

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Giebel des Wohnhauses Markt 4 in Warendorf © Peter Kroos, Dortmund

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Schaufassade und Giebel werden instandgesetzt und restauriert

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellt dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale 80.000 Euro für die Instandsetzung und Restaurierung der Schaufassade und der Giebel des Wohnhauses Markt 4 in Warendorf zur Verfügung. Das Haus gehört somit zu den über 460 Projekten, die die private DSD dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel von WestLotto aus der Lotterie GlücksSpirale allein in Nordrhein-Westfalen fördern konnte.

Das ursprünglich 1631 errichtete Haus mit Satteldach säumt als Teil der giebelständigen bürgerlichen Reihenhäuser den historischen Marktplatz der Warendorfer Altstadt. Das einstige Kontorhaus besaß ein erhöhtes Warenlager und Kontor im Erdgeschoss und Wohneinheiten darüber. Dem Fachwerkkern des Gebäudes wurde eine Ziegelfassade mit ehemals Steinkreuzgewänden und einer reichen Werksteingestaltung vorgeblendet. Den straßenseitigen Giebel ziert ein opulentes Rollwerk mit gegenläufigen Voluten, floralem Schuppen- und Plättchenrelief, reichem Rosettendekor und Zahnschnittgesimsen. Die Giebelspitze krönt ein Obelisk. Das in der seitlichen Achse gelegene Eingangsportal wurde in barocker Formensprache um 1760 angearbeitet.

Ein derart gut erhaltenes Bauwerk aus der Spätrenaissance bzw. des Manierismus ist heutzutage im gesamten Münsterland nur noch selten anzutreffen. Zumal die reiche Ornamentik noch in ihrer originalen Formensprache erhalten ist. Das Haus Markt 4 repräsentiert eine typische Hausform der großbürgerlichen Kaufmannsschicht des 16. und 17. Jahrhunderts. Das Haus zeigt eindrucksvoll die Formenvielfalt der Wohnbaukultur des Münsterlandes, die im Zweiten Weltkrieg durch Zerstörung, aber auch Veränderungen in der Nachkriegszeit bedauerlicherweise verlorenging.