21.06.2021 – Niedersachsen

DSD fördert die Fassadenrestaurierung einer Hofanlage in Elsfleth

Hofanlage Oerrege in Elsfleth © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Liebeskind

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Schritt für Schritt ans Ziel

Vor 14 Jahren half die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) den engagierten Denkmaleigentümern der Hofanlage Oberrege in Elsfleth bereits bei der Dachsanierung. Nun stellt sie dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale weitere 68.000 Euro für die Fassadensanierung des Haupthauses zur Verfügung.

Die nach Anmeldung auch Reisegruppen offenstehende Hofanlage gehört zu den über 460 Objekten, die die private DSD dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, bisher allein in Niedersachsen fördern konnte. Das Objekt gilt als ein eindrucksvolles Beispiel für die Übernahme städtischer Bauformen auf dem Land durch die wirtschaftlichen Prosperität der Landwirtschaft Ende des 19. Jahrhundert in der Region.

Die Hofanlage in Elsfleth besteht aus einer Villa von 1890 und der Gulfscheune von 1896. Das verputzte historistische Herrenhaus ist über einem T-förmigen Grundriss erbaut. Die Dachlandschaft zeigt unterschiedliche Schieferdach- und Gaubenformen. Die Deckung wurde im Laufe des 20. Jahrhundert mehrfach erneuert. Auffällig ist die den Haupteingang und die Freitreppe überspannende Terrasse, die im Erdgeschoss als Säulenhalle ausgebildet ist.

Der Urgroßvater der jetzigen Besitzerin, ein Rittmeister der Husaren und Lebemann, stattete das Wohnhaus mit den Trophäen seiner Reisen – vornehmlich nach Afrika – aus. Davon zeugt die reichhaltige Dekoration der Eingangshalle und des Treppenhauses: afrikanische Speere, Taschen, Felle usw. Die Erdgeschossräume sind im Zeitgeist des Historismus gestaltet, Stuckdecken, Schablonenmalerei und Mobiliar sind erhalten.

An den Fassaden und auch im Gebäudeinnern sind die Schäden vielfältig. Das undichte Dach hat zu Feuchteschäden und Pilzbefall an den Obergeschossdecken geführt. Die Schäden eines Brandes in den 1980er Jahren sind immer noch sichtbar. Die Eigentümer richten die Anlage im Einklang mit den Denkmalschutzbehörden Schritt für Schritt wieder her.