29.08.2018 – Mecklenburg-Vorpommern

DSD fördert Dorfkirche in Iven

Dorfkirche Iven © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

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Dorfkirche Iven © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

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Dorfkirche Iven, bemalte Holzdecke © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

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Die Ausstattung in dieser Form sucht ihresgleichen in Mecklenburg-Vorpommern

In diesen Tagen erreicht Pastor Bernhard Hecker ein Fördervertrag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) über 15.000 Euro für Zimmermannsarbeiten im Rahmen der Notsicherung des Dachstuhls über dem Schiff der Dorfkirche in Iven. Die geplante hochnotwendige Maßnahme betrifft die statisch-konstruktive Sanierung der Gebinde der Holzbalkendecke, die Notsicherung des Dachstuhls, Zimmerer-, Dachdecker-, Maurer- und Putzarbeiten. Das wegen der seltenen Geschlossenheit der erhaltenen barocken Ausstattung bedeutende Gebäude ist eines von über 530 Objekten, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftung – in diesem Fall ihres Dorfkirchenfonds – und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Mecklenburg-Vorpommern fördern konnte.

Die Kirche von Iven mit dem eingebundenen querrechteckigen Westturm ist ein langgestreckter Findlingsbau mit abgewalmtem Dach aus dem 17. Jahrhundert. Das Gotteshaus wurde auf den Fundamenten und Mauerresten einer mittelalterlichen Kirche errichtet. Die kleinen, hochgelegenen Fenster der Kirche schließen flache Bögen. An der Nord- und Südseite hat man sehr schlicht gehaltene Kapellen angebaut.

Den prächtigen Innenraum schließt eine ornamental bemalte Balkendecke aus dem 18. Jahrhundert. Zur Barockausstattung gehören hölzerne, barocke Emporeneinbauten aus dem 17. Jahrhundert, ein zweigeschossiger Altaraufbau aus der Mitte des 18. Jahrhunderts mit einer Gethsemane-Darstellung im Mittelteil, eine von einem Engel gestützte geschnitzte Kanzel von 1737 und eine steinerne Inschriftentafel für den 1738 gestorbenen Felix Friedrich von Flemming. Die Ausstattung sucht in dieser Form ihresgleichen in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Übergreifen der seit Jahren in die Außenmauern eindringenden Feuchtigkeit auf die hölzerne Einrichtung ist eine akute Gefahr. Eine Laboranalyse hat bereits ergeben, dass Befall durch Modefäule, Fäulnis, Bunte Nagekäfer und Echten Hausschwamm zu konstatieren ist. Im Altar- und Kanzelbereich sowie an den Zierelementen befinden sich durch Nagekäfer verursachte Löcher. Hinzu kommt, dass der Dachstuhl des Schiffes als doppelt stehender Stuhl ausgeführt worden ist. Dadurch wird die Hauptlast des Daches über die Deckenbalken angetragen. Dies führt zu einer massiven Überbeanspruchung der Deckenbalken und drastischen Verformungen. Dieses Schadensbild wird überlagert von zusätzlichen erheblichen Schäden aus einem umfassenden Hausschwammbefall und Insektenfraß.