06.07.2019 – Hessen

DSD fördert erneut das Alte Hallenbad in Friedberg

Das Alte Hallenbad in Friedberg © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Gehrmann

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AltesHallenbad

Blick ins Innere des Alten Hallenbades in Friedberg © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Gehrmann

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Vorbildliches Bürgerengagement

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt die Restaurierungsmaßnamen am Alten Hallenbad in Friedberg zuverlässig. Bis 2018 flossen in die Wiederherstellung des Bades im Wetteraukreis bereits 140.000 Euro. In diesem Jahr stehen weitere 50.000 Euro für die Fassadensanierung zur Verfügung. Aus diesem Anlass besucht Gerhild Seibert, Ortskuratorin Wetzlar der DSD, den stellvertretenden Vorsitzenden der gemeinnützigen Theater Altes Hallenbad GmbH, Reinhard Wilk, um sich bei einem Foto- und Pressetermin vor Ort am Dienstag, den 9. Juli 2019 um 11.00 Uhr von Architekt Dirk Siebel den Baufortgang erläutern zu lassen. Das architektonisch besonders bedeutsame Gebäude ist ein typischer Vertreter seines Baustils zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Durch das bürgerliche Engagement bei der Entstehung des Bades ist es zudem ein wichtiges Dokument der lokalen Geschichte.

Friedberger Bürger sammelten für den Bau eines Hallenbades Spenden und zeichneten für einen Teil der benötigten Mittel auch in Form von Aktien. Die Stadt unterstützte das Projekt durch das Baugrundstück, das sie in die Aktiengesellschaft einbrachte. Für die Ausführung gewannen die Bürger den führenden Gießener Schwimmbadarchitekten Hans Meyer, der auch die Bäder in Gießen, Eisenach, Aschersleben und Esslingen entworfen hat. Das Friedberger Städtische Hallenbad wurde am 7. Juni 1909 eingeweiht.

Der langgestreckte Putzbau erhebt sich etwas zurückversetzt von der Haag-straße über einem hohen Kellergeschoss. Um die gefließte Schwimmhalle herum stehen Pfeiler mit Kämpfern, die den oberen Umgang und die gusseiserne Brüstung mit einem hölzernen Handlauf tragen. Eine Tonnendecke mit durchlaufenden Lisenen überspannt den Raum. An die Schwimmhalle mit ihrem geschlossenen Umgang im Obergeschoss wurde ein firstparalleler Vorbau angesetzt, den Lisenen, ein Mansarddach und Säulchen, die im Giebelbereich in das Fensterband eingestellt sind, prägen. Das über eine Treppe zugängliche zweiflügelige Portal wird von einem breiten, roten Sandsteingewände mit Sphingen und dem zentralen Stadtwappen im Sturz bekrönt.

Im Anbau befanden sich das Dampf- und Wannenbad und sonstige kleinere Bäder. 1980 wurde der Bau stillgelegt. Dem Abriss entging das Gebäude erneut durch das private Engagement Friedberger Bürger, die das Bauwerk mit seinen neobarocken und Jugendstilelementen übernahmen, wiederherstellten und durch Kulturveranstaltungen öffentlich nutzen. Das Alte Hallenbad gehört seit 2014 zu den über 210 Projekten, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Hessen fördern konnte.