13.06.2018 – Bremen

DSD fördert erneut die Kirche Unserer Lieben Frauen in Bremen

Innenraum der Kirche Unsere Liebe Frau in Bremen © M.L. Preiss/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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Innenraum der Kirche Unsere Liebe Frau in Bremen © M.L. Preiss/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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Die Manessier-Kunstglasfenster werden restauriert

Einen Fördervertrag in Höhe von 40.000 Euro für Dachdeckerarbeiten und die Restaurierung von 8 Manessier-Kunstglasfenstern in der Stadtkirche Unserer Lieben Frauen in Bremen erreicht in diesen Tagen Thilo Wichmann von der Bau- und Grundstücksabteilung der Bremischen Evangelischen Kirche. Gerade die starke korrodierten metallenen Rahmensysteme und die mangelnde Verkittung der Abdichtungssysteme an den Manessier-Fenstern müssen überarbeitet werden. Die 1230 begonnene Bremer Kirche ist eines von 18 Denkmalen, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein im Bundesland Bremen fördern konnte.

Erzbischof Unwan gründete zu Beginn des 11. Jahrhunderts eine St. Veit-Kirche der Hansestadt Bremen. Sie ist die älteste Pfarrkirche der Stadt. Die einstige Markt- und Ratskirche wurde später unter das Patrozinium Mariens gestellt, das 1220 erstmals schriftlich erwähnt wird.

Die heutige dreischiffige Hallenkirche übernahm die Breite vom Vorgängerbau. Das aus Findlingen und Quadern bestehende Mauerwerk der Südseite, der Südturm sowie Teile der Nordseite und die beiden romanischen Portale stammen ebenfalls vom Vorgänger aus dem 12. Jahrhundert. Im 13. Jahrhundert baute man mit Portasandstein und Backstein. Dieses Material findet sich auch bei den quergestellten Giebelfeldern über dem vierten Schiff. Die spitzbogigen Blendnischen sind hier zudem mit glasierten Steinen verziert. Unter der Nordostecke des Bauwerks befindet sich der sogenannte "Beinkeller", der als Beinhaus und später als Versammlungsraum genutzt wurde.

Ende des 14. Jahrhunderts kam es zu einer Erweiterung des Chores durch Anfügung des südlichen vierten Schiffs und einer Vergrößerung der Fenster. Im 19. Jahrhundert wurde das vierte Schiff von der Kirche abgetrennt und zweigeschossig als Gemeindehaus ausgebaut. Der Ausbau des Westgiebels zwischen den Türmen datiert ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert.

Der Sakristeianbau auf der Nordseite wurde erst 1960 von Dieter Oesterlen entworfen. Der Innenraum der Kirche ist seit den 1960er Jahren backsteinsichtig. Damals purifizierte man die Wände und Gewölbe und entfernte Putz und Ausmalungsreste, so dass die mittelalterliche Ausstattung nicht erhalten ist. Es gibt wohl eine Kanzel aus dem Jahr 1709, ein Epitaph aus dem 17. Jahrhundert sowie flämische Leuchter aus der gleichen Zeit. Die Glasfenster nach Entwürfen von Alfred Manessier wurden von 1966 bis 1973 erneuert. Bedeutend ist das "Pfingstfenster".