14.02.2020 – Berlin

DSD fördert erneut die Matthäuskirche in Steglitz

Matthäuskirche in Berlin-Steglitz © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schabe

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Matthäuskirche in Berlin-Steglitz © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schabe

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Matthäuskirche in Berlin-Steglitz, Chor © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schabe

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Matthäuskirche in Berlin-Steglitz © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schabe

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Das Werk eines revolutionären Baubeamten

Dank einer zweckgebundenen Spende der Beck’schen Stiftung und der Erträge der Lotterie GlücksSpirale unterstützt die in Bonn ansässige Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) die Instandsetzung der Messnerei der St. Matthäuskirche in Berlin-Zehlendorf mit 10.000 Euro. Den dazugehörigen symbolischen Fördervertrag überbringt Dr. Astrid Wokalek vom Ortskuratorium Berlin der DSD gemeinsam mit Beatrix Rügge von Lotto Berlin bei einem Pressetermin vor Ort am Montag, den 17. Februar 2020 um 18.00 Uhr an die Gemeindekirchenrats-Vorsitzende Anette Meiburg. Die Matthäuskirche gehört zu den über 190 Projekten, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Berlin fördern konnte.

Versteckt gelegen und doch mitten in Steglitz steht die 1876 begonnene und 1880 fertiggestellte Matthäuskirche. Das Gotteshaus ist eine der ersten neogotischen Kirchen im Berliner Raum. Im Kontext des seinerzeitigen Berliner Kirchenbaus liegt die Besonderheit der Matthäuskirche darum weniger in den ausgeführten Bauformen als in der Tatsache, dass ein einfacher, preußischer, an der Berliner Bauakademie ausgebildeter Baubeamter den Stil der damals hochmodernen Neugotik wählte und sich dabei an den wichtigsten Vertretern dieses Stils orientierte, während in Berlin und Umgebung noch viele Jahre später der Rundbogenstil der Schinkelschule Bestand hatte.

Der zentralbauförmige Grundriss und die innere Anordnung der Kirche folgen weitgehend dem Eisenacher Regulativ. Ihre Sakralbauarchitektur lehnt sich stark an den Gründer der Hannoverschen Architekturschule Conrad Wilhelm Hase an, so der mächtige, schräggestellte Triumphbogen, der vom Hauptraum in den schmaleren Chor überleitet. Ursprünglich gab es im Bauwerk 1.200 Sitzplätze. Von der Gebäudeaußenhaut über die Ausstattung und reiche Bemalung des Innenraums bis hin zur Form des Abendmahlgeräts ist alles der lokal-märkischen Formensprache nachempfunden. Den Kirchturm des klassischen Ziegelmauerwerkbaus schließt ein rund 20 Meter hoher Spitzhelm ab, der seinerseits komplett in Hochlochziegel gemauert wurde.

Der Innenraum wurde von 1956 bis 1958 neu gestaltet. Dabei wurde die Grundstruktur nicht verändert, wohl aber die Raumschalenfassung. Da die von dem Kölner Maler Michael Welter entworfenen Kirchenfenster 1943/1944 zerstört worden waren, gestaltete der Hamburger Künstler Götz Löpelmann hier seine ersten Fenster in der Sakristei. Die Altarfenster mit apokalyptischen Szenen aus der Offenbarung Johannis stellte der Steglitzer Glasmaler Erich Waske 1959 wieder her. Die Orgel von 1957/1958 stammt von der Firma E. F. Walcker, sie wurde bereits 1962 und dann weitere Male erweitert.